Aachen - Für die Vision einer lebens- und menschenfreundlichen Welt eintreten

Für die Vision einer lebens- und menschenfreundlichen Welt eintreten

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
Domfeuer
Auch im Domhof loderte ein Osterfeuer auf, im Halbrund von zahlreichen Gläubigen umgeben, die der Segnung der Kerze durch Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff beiwohnen wollten. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Für die Christenheit ist Ostern das Fest der Auferstehung Christi und der Höhepunkt der Feste jedes Kirchenjahres. Traditionell wird in der Dunkelheit der anbrechenden Nacht am Osterfeuer eine Osterkerze entzündet, die Symbol für den auferstandenen Christus ist.

So loderte auch im Domhof ein Osterfeuer auf, im Halbrund von zahlreichen Gläubigen umgeben, die der Segnung der Kerze durch Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff beiwohnen wollten.

Beim anschließenden Einzug in den in tiefer Dunkelheit liegenden Dom hieß es an drei Stellen: „Lumen Christi - deo gratias” (Licht Christi - Dank sei Gott) und die Gläubigen entzündeten einander Kerze um Kerze. In diesem sich verstärkenden Lichterschein zeigte sich einmal mehr die Schönheit der Aachener Marienkirche mit ihren kostbaren Mosaiken. Etwa 800 Menschen nahmen an der zweieinhalbstündigen, stark beeindruckenden Feier der Osternacht teil. Besinnlichkeit war ihnen in die Gesichter geschrieben, als in Lesungen aus dem Alten Testament und in Kantorengesängen die Beziehung Gottes zu den Menschen in Bildern aufgezeigt wurde.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Mussinghoff daran, dass Ostern, das Hochfest der Auferstehung Christi, der Urfeiertag der Christenheit sei. Aufgrund unterschiedlicher, geschichtlich gewachsener Kalenderberechnungen feiern zwar Orthodoxe und Katholiken das Osterfest nicht gemeinsam am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, an dem auch die Juden ihr Pessachfest begehen. Doch beide Kirchen bekennen einmütig, dass das österliche Geschehen die Grundlage ihres Glaubens sei. Daher haben auch die orthodoxe und die katholische Bischofskonferenz aufgerufen, das Osterfest an einem gemeinsamen Termin zu feiern. An anderer Stelle seiner Predigt forderte Mussinghoff auf, einer dunklen, pessimistischen Vision, wie sie Elie Wiesel in seinem Roman „Abenddämerung in der Ferne” durch die Figur des Adam vertreten lässt, als Christen die Vision einer lebens- und menschenfreundlichen Welt entgegenzusetzen.

„Wir müssen nicht den Propheten des Todes folgen, sondern können mit Gott, dem Freund des Lebens, und mit seinem auferstandenen Christus JA sagen zum Leben in einer Welt, die von lebensfeindlichen und Leben zersetzenden Tendenzen bedroht ist”, so Mussinghoff. Stattdessen heiße es, Oasen des Lebens zu schaffen, sich für die Schöpfung und den Umweltschutz ebenso einzusetzen, wie auch für den verantwortlichen Umgang mit modernen Technologien, das Engagement für behinderte, kranke und alte Menschen sowie für das Leben noch nicht geborener Kinder.

Beim Gloria erstrahlte dann der Dom wieder in vollem Licht, die Ministranten ließen anhaltend die Schellen scheppern, das Geläut der Domglocken war zu hören und Domorganist KMD Norbert Richtsteig ließ mit erhabenem Orgelspiel, das seine Krönung im „Lumen Christi” von Jean Langlais erfuhr, die Bedeutung der Stunde der Auferstehung Christi nachempfinden.
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