Aachen - Für die Integration: Turnschuhe kostenlos

Für die Integration: Turnschuhe kostenlos

Von: Martina Rippholz
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Integration mit Vorbildcharakter: Der Verein Schwarz-Rot Aachen 06 belegte den 1. Platz des Förderpreises Sport. Armin Laschet überreichte den Kindern im Pius-Gymnasium die Urkunden. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Sport verbindet Menschen. Das weiß Egbert Schaffrath aus eigener Erfahrung. Schaffrath ist Jugendleiter beim Verein Schwarz-Rot Aachen 06 im Aachener Ostviertel.

So wie im Viertel viele Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinandertreffen, so kommen sie auch im Verein zusammen. „Sie alle zu einer Gruppe zusammenzuführen, das ist nicht immer einfach”, sagt er.

Doch er und seine Vereinskollegen stellen sich genau dieser Herausforderung. Dieses Engagement wurde nun belohnt. Der Sportverein wurde am Tag der Integration im Pius-Gymnasium (wir berichteten) mit dem Förderpreis Sport ausgezeichnet, der zum ersten Mal verliehen wurde.

Mit ihm sollen Institutionen geehrt werden, die sich im besonderen Maße für die Integration einsetzen. Insgesamt 19 Bewerbungen gingen bis zum Stichtag am 30. September ein - neben Sportvereinen bewarben sich auch Offene Türen und Migrationsorganisationen. Acht kamen in die engere Auswahl.

Dass die Wahl letztlich auf Schwarz-Rot fiel, war für die Förderpreis-Jury keine einfache Entscheidung. „Wir haben uns wirklich schwer getan”, sagt Hans-Georg Suchotzki, Leiter des Fachbereichs Sport der Stadt Aachen und eines von fünf Jury-Mitgliedern. „Aber Schwarz-Rot erfüllte die Kriterien am besten.”

Die Kriterien legte die Jury im April fest, als der Preis ausgeschrieben wurde. „Es reichte nicht aus, dass einfach deutsche und ausländische Kinder zusammen Sport treiben”, so Suchotzki. „Es musste schon mehr für die Integration getan werden.”

So war ein sozialer Aspekt wichtig, die Vernetzung mit anderen Institutionen und die Nachhaltigkeit der Integrationsarbeit ebenso. All´ diese Ansprüche erfüllte Schwarz-Rot.

Der Verein unternimmt jedes Jahr zwei Fahrten in die Jugendherberge Hellenthal und ins Zeltlager nach Südholland. Darüber hinaus hilft er finanziell schwachen Familien, indem ihre Kinder keinen Mitgliedsbeitrag zahlen müssen. Auch die richtige Sportbekleidung, vor allem Turnschuhe, werden oftmals gesponsert.

„Dafür können wir die 1500 Euro Preisgeld gut verwenden”, so Schaffrath.

Über 1000 Euro und 500 Euro dürfen sich die Zweit- und Drittplatzierten des Förderpreises Sport freuen. Bei Rhenania Rothe Erde können Kinder vor allem rund um die Barbarastraße kostenfrei Fußball spielen. Und auch die Kleidung wird für die Mädchen und Jungen finanziert.

500 Euro gab es für den TSV Hertha Walheim, der gemeinsam mit dem Walheimer Offenen Treff „Space” das Projekt „Nachtaktiv” auf die Beine gestellt hat. Das Angebot richtet sich speziell an Mädchen. Neben Fußball werden auch die Sportarten Volleyball und Gymnastik betrieben.

„Auch Mädchen mit Kopftuch machen dort mit”, sagt Suchotzi. Für ihn ist der Sport ein „ideales Medium”, um Menschen zusammenzubringen: „Das ist Integration an der Basis. Da bilden sich richtige Freundschaften”, sagt er.

Und Suchotzki hofft, dass der Förderpreis Sport von nun an jedes Jahr verliehen werden kann, um „die ehrenamtliche Leistung in den Vereinen zu würdigen.”
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