Aachen - Für den Traum von einer Welt ohne Krieg

Für den Traum von einer Welt ohne Krieg

Von: Ines Kubat
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Im Einsatz für den Frieden: 2
Im Einsatz für den Frieden: 2700 Kinder und Jugendliche liefen durch die Altstadt. Der Friedenslauf erwies sich einmal mehr als eindrucksvolles Zeichen junger Menschen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Von 1992 bis 1995 hat Spasoje Kulaga im bosnischen Krieg gekämpft - er hatte keine andere Wahl. In dieser Zeit hat er einen Fuß verloren und wurde zum Invaliden.

Doch weit mehr als körperliche Verletzungen hat dieser Krieg seelische Spuren bei ihm hinterlassen, berichtet der Veteran. Es ist ihm anzusehen, dass er bis heute den Tod von engen Freunden und die Zerstörung seiner Heimat nicht ganz verkraftet hat. Während er von seinen schrecklichen Erlebnissen berichtet, laufen im Hintergrund Hunderte Grundschüler über den Münsterplatz - immer wieder schwenken sie große Fahnen über ihren Köpfen, die die Taube als Symbol des Friedens abbilden. Sie alle sind Teil des elften Friedenslaufes, dessen Zweck es ist, Spenden zu sammeln. Spenden, die Menschen wie Spasoje Kulaga unterstützen sollen, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die Welt friedlicher wird.

Teilnehmer aus 27 Schulen

Rund 2700 Kinder und Jugendliche aus 27 Schulen haben deshalb ihre Laufschuhe geschnürt und im Vorfeld nach privaten Sponsoren gesucht. Diese hatten sich verpflichtet, pro gelaufene Runde einen Betrag zu spenden. In zwei Läufen rannten 1000 Grundschüler und dann die Jugendlichen der Sekundarstufe sowie einige Erwachsene vom Münsterplatz auf einer rund 800 Meter langen Strecke durch die Altstadt. Manche hätten in vergangenen Jahren sogar bis zu 15 solcher Runden geschafft, erinnert sich Karen Siebert, Projektleiterin des Friedenslaufs von Pax Christi. Durch ein solches Engagement kamen im letzten Jahr rund 57.000 Euro an Spenden zusammen.

Neben Pax Christi unterstützen zahlreiche weitere Organisationen, wie das Forum Ziviler Friedensdienst, der Verein Aachener Friedenspreis oder Amnesty International den Lauf. Zu den prominenten Schirmherren zählen neben Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg Aachen auch Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff und der Superintendent des Kirchenkreises Aachen, Hans-Peter Bruckhoff.

Bestimmt sind die erlaufenen Spenden für drei verschiedene Initiativen: Zum einen erhalten das Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus, und das Forum Ziviler Friedensdienst einen Anteil für ihre Projekte. Aber auch Pax Christi profitiert von den Spendengeldern, die zum Teil in die Arbeit von Spasoje Kulaga nach Bosnien-Herzegowina fließen.

Und die Schüler wussten sehr genau, warum es so wichtig war, ihr Bestes zu geben. Denn Kulaga hatte bereits im Voraus in zahlreichen Schulen von seinen Erlebnissen im Krieg berichtet. Auch Noel Fuentes - ein Ehrengast von den Philippinen - war in Aachener Schulen unterwegs und hat einen kleinen Einblick in die Arbeit als Aikido-Lehrer gegeben. Denn in seiner Heimat unterrichtet er Jugendliche, die mit Gewalt in Berührung gekommen sind. Er zeigt ihnen mit dieser besonderen Sportart, wie man Aggressionen abfedert und Konflikte friedlich löst.

Doch man muss gar nicht zu den Philippinen oder nach Bosnien-Herzegowina reisen: Denn Probleme, die den Frieden bedrohen, gibt es auch in Aachen - das zumindest stellten die Schüler der GHS Drimborn in ihrem selbst geschriebenen Rap dar und schildern Erlebnisse von Hass und Fremdenfeindlichkeit, die ihnen selbst schon begegnet sind. Umso beeindruckender ist daher, was die Sportler im Zentrum Aachens auf die Beine gestellt haben.
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