Für alle unter 21: Aachener Museen ab sofort kostenfrei

Von: mh
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Das Ludwig Forum soll ab 1. Oktober seine Pforten einen Tag pro Woche für alle Besucher gratis öffnen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Selbst für die Mitarbeiter der städtischen Museen kam die Nachricht am Mittwoch völlig überraschend: Ab sofort sind die Personal- respektive Studentenausweise aller Kulturfreunde unter 21 Jahren an den Kassen sämtlicher kommunaler Kunsthorte bares Geld wert.

Damit nicht genug: Dank eines neuen Sponsors (dem Vernehmen handelt es sich um Zentis) bietet das Ludwig Forum aller Voraussicht nach in Kürze einen komplett kostenfreien Tag pro Woche für alle Besucher an, bekräftigte Kulturdezernentin Susanne Schwier am Mittwoch auf Nachfrage. „Wir gehen davon aus, dass diese Regelung bereits im Oktober umgesetzt werden kann“, sagte Schwier.

So haben die Politiker nach teils ziemlich chaotischer Diskussion rund um die Neugestaltung der Museumstarife zumindest in einigen Punkten Nägel mit Köpfen gemacht. Zudem wurde angeregt, dass auch bei Ausstellungseröffnungen künftig um freiwillige Spenden gebeten werden soll. Wie die Eintrittspreise für die fünf städtischen Häuser – voraussichtlich ab 1. Januar 2018 – konkret aussehen sollen, ist allerdings weiter offen. Der Kulturbetrieb wurde beauftragt, zunächst eine detaillierte Aufstellung über tägliche Ausgaben und Einnahmen in den einzelnen Einrichtungen vorzulegen. Am 15. November will der Kulturausschuss auf dieser Basis einen Beschluss fassen.

Die Situation in den Kunsthorten wird indes nicht zuletzt den Finanzpolitikern bis auf Weiteres Kopfzerbrechen bereiten. Denn allein im vergangenen Jahr haben die Museen das Stadtsäckel – vor allem wegen beträchtlicher Personalkosten – mit knapp 104.000 Euro belastet. Das geht aus einer Vorlage des Kulturbetriebs hervor, der auf der Basis der jüngsten Jahresbilanzen nicht weniger als sieben Optionen zur Neuregelung der Tarife erarbeitet und etliche Varianten zur Diskussion gestellt hat – vom prinzipiell freien Eintritt bis zur Erhöhung der Preise für Wechselausstellungen auf 8 Euro.

Knackpunkt: Während das Centre Charlemagne, eröffnet im Karlsjahr 2014, schwarze Zahlen schreibt, arbeiten vor allem die Häuser jenseits des Stadtkerns mangels ausreichender Resonanz in der Regel keineswegs kostendeckend. Die vier Oppositionsfraktionen im Rat legten prompt einen gemeinsamen Antrag vor mit dem Ziel, im Forum und im Suermondt-Ludwig-Museum – mit Ausnahme von Sonderpräsentationen – keinen Eintritt mehr zu erheben sowie in den übrigen Häusern einen kostenfreien Tag einzuführen.

Der Vorstoß schaffte es allerdings nicht einmal bis zur Abstimmung. Einigkeit konnte immerhin darüber erzielt werden, dass Personal – wenn auch voraussichtlich in erheblich reduziertem Umfang – grundsätzlich präsent sein müsse. Auch der Vorschlag des Kulturbetriebs, zumindest partiell weiter an der Preisschraube zu drehen, stieß durchweg auf Kopfschütteln.

Bis zur nächsten Sitzung des Kulturausschusses am 15. November soll die Verwaltung nun eine konkrete Aufstellung über die täglichen Einnahmen und Aufwendungen vorlegen, die ab Donnerstag in den fünf Einrichtungen (Ludwig Forum, Suermondt-Ludwig-Museum, Centre Charlemagne, Couven Museum, Zeitungsmuseum) registriert werden.

Reichlich Beratungsbedarf bleibt also. Zumal auch die Dezernentin betonte, dass bei der heiklen Gratwanderung zwischen Kostenfallen und Daseinsvorsorge in Sachen Bildung schlichtweg keine Patentlösungen zu erwarten seien. „Es gibt keine Blaupausen“, sagte Susanne Schwier. „Praktisch jede Stadt, bei der wir uns erkundigt haben, hat in Sachen Preisgestaltung unterschiedliche Konzepte.“

Spätestens zum 1. Januar 2018 sollen die Eintrittspreise neu geregelt werden. Möglich wäre etwa, den Besuch der großen Häuser jenseits des Aachener Stadtkerns künftig komplett kostenfrei zu machen, hieß es.

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