Aachen - Für 250 Kinder gibt es keinen Platz an Gesamtschulen

Für 250 Kinder gibt es keinen Platz an Gesamtschulen

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. 174 Plätze gibt es im neuen Schuljahr an der Gesamtschule Brand. Viel zu wenig.

174 Plätze gibt es an der Maria-Montessori-Gesamtschule. Ebenfalls viel zu wenig. Denn in Brand haben sich 333 Kinder angemeldet, an der Maria-Montessori-Schule 280. An der dritten Aachener Gesamtschule, der Heinrich-Heine-Schule, werden 165 Anmeldungen für 180 Plätze gezählt. Das bedeutet einmal mehr, dass es für 250 Aachener Kinder keinen Platz an einer der drei Gesamtschulen gibt. Im Vorjahr waren es 251 Absagen bei 771 Anmeldungen.

Schon im vergangenen Jahr wurde die Forderung nach einer vierten Gesamtschule laut. Vor allem von Elternseite. Ein politischer Antrag der Fraktion „Die Linke” wurde aber abgelehnt. Nun kommt die Diskussion wieder auf den Tisch.

Es ist kein Aachener Problem, dass Gesamtschulen überrannt werden, während Real- und Hauptschulen die Schüler fehlen. Der Regierungspräsident hat zur Stärkung des bestehenden Systems bereits eine Verfügung herausgegeben, wonach neue Gesamtschulen an Bedingungen geknüpft werden.

Die Kommunen müssen nachweisen, dass drei Jahre in Folge die Anmeldezahlen die Kapazität deutlich übersteigen. Das ist in Aachen der Fall. Die Schulen müssen zudem nachweisen, dass sie die „Drittelparität” einhalten.

Das bedeutet, dass je ein Drittel der Schüler mit einer Empfehlung für ein Gymnasium, für eine Realschule und für eine Hauptschule aufgenommen werden.

In Bonn läuft allerdings ein Verfahren für eine neue Gesamtschule, in der trotz Fragezeichen bei der Drittelparität eine Genehmigung in Aussicht steht. In Wuppertal haben SPD und CDU gemeinsam eine neue Gesamtschule beantragt.

Das ist in Aachen ausgeschlossen. Wolfgang Boenke, schulpolitischer Sprecher der CDU, ist gegen eine weitere Gesamtschule. „Wer eine vierte Gesamtschule verlangt, soll mir offen sagen, welche Schule er umwandeln will”, sagt er.

Die CDU will sich „auf keinen Fall” auf eine vierte Gesamtschule einlassen - der Wille der 250 abgewiesenen Eltern spiele in diesem Fall keine Rolle.

Zuletzt hatten die Christdemokraten dagegen noch für die Einrichtung von Überhangklassen an Grundschulen mit dem Elternwillen argumentiert.

„Das ist nicht zu vergleichen. Wir hätten auch keine Genehmigung bei den Grundschulen ausgesprochen, wenn Erweiterungen der Schulen nötig gewesen wären”, sagt Boenke.

Nächsten Mittwoch wird es ein interfraktionelles Gespräch zu den Anmeldezahlen geben. „Wir werden uns im Rahmen der Schulentwicklungsplanung damit beschäftigen”, sagt FDP-Sprecherin Gretel Opitz.

Rot-Grün denkt bei dieser Planung an ein „Paket”, das im Sinne des neuen Schulgutachtens die gesamte Schullandschaft betrachtet. Kooperationen von Schulen (Stadtteilschulen), die Verknüpfung von Real- und Hauptschulen und die Idee der Sekundarschule am Kronenberg werden genannt.

„Wir müssen ein zukunftsfähiges Schulsystem schaffen”, fordert SPD-Sprecher Claus Haase. „Man kann nicht beliebig Gesamtschulen öffnen, ohne zu schauen, was mit anderen Schulen ist”, so Grünen-Sprecherin Karin Schmitt-Promny.

Deren Anmeldezahlen werden in den nächsten Tagen veröffentlicht.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert