Für 130 Menschen bleiben nur Turnhallen

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
10774873.jpg
Neuauflage in Sachen Notquartiere: Neben der Turnhalle in der Reumont-straße muss auch die Halle in der Barbarastraße wieder hergerichtet werden – wie bereits im Dezember 2014, als drei Familien dort für mehrere Wochen Obdach fanden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Turnhalle für sportliche Nutzung gesperrt“: Die knappe Info im A-4-Format klebt seit Wochen an den Portalen der Grundschulen Reumontstraße und Barbarastraße. Für unabsehbare Zeit müssen die Hallen jetzt tatsächlich zu Ruhestätten umfunktioniert werden.

Weitere 130 Flüchtlinge werden im Laufe der kommenden Woche dort untergebracht, so die nächste städtische Eilmeldung vom Freitagnachmittag.

Die fatalen Szenarien der jüngsten Vergangenheit werden damit „vor Ort“ einmal mehr zur blanken Realität, weil die Kapazitäten der zentralen Erstaufnahmelager längst völlig überlastet sind. Bereits am Donnerstag hatte die Bezirksregierung die städtischen Organisatoren erneut um „Amtshilfe“ in Sachen Flüchtlingsunterbringung ersucht. Ab Montag sollen zunächst 120 Neuankömmlinge in der ehemaligen Peter-Härtling-Schule in Walheim Unterschlupf finden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, berichtete Bernd Büttgens, Leiter des Presseamts, am Freitag.

In der Sozialverwaltung glühten am Freitag die Drähte, um die erforderliche Ausstattung auch der beiden Schulhallen jetzt mit maßgeblicher Unterstützung der Wohlfahrtsverbände zu organisieren. Ein Großteil an Betten, Decken und vordringlich benötigten Versorgungsgütern stehe bereits zur Verfügung, erklärte Büttgens. Selbstverständlich seien auch die Schulleiter kurzfristig über die neue Situation informiert worden.

Man werde alles daran setzen, baldmöglichst komfortablere Anlaufstellen bereitzustellen. „Das Engagement der städtischen Mitarbeiter ist enorm“, unterstrich Büttgens. „Unglaublich viele Kollegen haben sich wieder gemeldet, um ihre Unterstützung anzubieten.“ Auch Sozialdezernent Dr. Manfred Sicking betonte nach einer neuerlichen verwaltungsinternen Erörterung der Lage: „Diese Aufgabe fordert uns sehr, aber wir werden das schaffen.“

So sollen dem Vernehmen nach 50 Asylsuchende in der Reumont-straße und 80 Menschen in der Barbarastraße Zuflucht finden. Über ihre Herkunft ist bislang nichts bekannt – schon in der Vergangenheit waren die Busfahrer vielfach die ersten, die überhaupt Auskunft geben konnten etwa über die Zahl der Kinder und die Länder, aus denen die Flüchtlinge stammen. Sie alle können erst „vor Ort“ registriert und medizinisch untersucht werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert