Aachen - Fünf Jahre Haft für Stich gegen Geldverleiher

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Fünf Jahre Haft für Stich gegen Geldverleiher

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Das Aachener Schwurgericht musste sich in diesem Fall für eine Version des Tatgeschehens entscheiden: schuldig oder nicht schuldig? Bei einem vorliegenden Geständnis wäre das anders, aber in diesem Fall hatte der mutmaßliche Angreifer sein Opfer beschuldigt, selber zum Messer gegriffen zu haben.

Dem folgte am Dienstag die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richterin Hildegard Tag nicht; mit guten Gründen, wie die Vorsitzende betonte. Sie verurteilte den türkischstämmigen Aachener Ali G. (37) zu fünf Jahren Haft wegen versuchten Totschlags an einem 58-jährigen Mann, von dem sich der spielbesessene Angeklagte in den Jahren 2012 und 2013 immer wieder Geld geliehen hatte.

Um die Rückgabe eines letzten Kredits von 1000 Euro sei es gegangen, stellte die Kammer fest. G. sei an jenem Morgen des 17. März 2013 zwar nicht in der Absicht bei dem Geldverleiher aufgetaucht, ihn zu töten. Doch als der sich geweigert habe, länger zu warten und auch nicht einen Teilbetrag akzeptierte, habe Ali G. ein Messer gezogen und mit den Worten „ich werde dich töten“ in der Herzgegend zugestochen.

Danach habe sich ein Gerangel entwickelt, in dessen Verlauf sich der Angegriffene des Messers bemächtigen konnte. Er schleppte sich blutend zum Nachbarhaus und konnte Hilfe holen, sein Glück, die Stichverletzung war nicht besonders tief. G. lief weg und flüchtete noch am selben Tag in die Türkei.

Das Opfer habe in dem Ruf gestanden, in der türkischen Gemeinde ein Geldverleiher zu sein. Das stimme wohl, meinte das Gericht, tue aber nichts zur Sache. Auch habe man nicht erhärten können, dass das Opfer seinem Kunden vorher mit Gewalt gedroht oder ihm sogar Rocker auf den Hals habe schicken wollen.

Der Angeklagte war in die Türkei geflohen und dann bei einem Grenzübertritt ins Nachbarland Georgien aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Der Angeklagte hatte im Prozess die dortigen verschärften Haftbedingungen in der Untersuchungshaft beschrieben, die das Gericht berücksichtigte. Die dortige Haft wird ihm mit einem Zeitfaktor 2,5 angerechnet.

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