Führungszeugnis soll Qualifikation von Jugendbetreuern absichern

Von: Ines Kubat
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Aachen. Vermehrt finden Verbrechen der Kindesmisshandlung, sei sie seelischer oder körperlicher Art, sei es Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch in einem Umfeld statt, in dem regelmäßiger oder intensiver Kontakt zwischen Erwachsenen und Jugendlichen herrscht – wie in Sportvereinen, kulturellen Verbänden oder kirchlichen Gruppen.

Und obgleich das ehrenamtliche Engagement in solchen Vereinen unersetzbar ist, sieht der Gesetzgeber genau in diesem Bereich Handlungsbedarf, um der Kindesmisshandlung vorzubeugen.

Mit der Verabschiedung des neuen Bundeskinderschutzgesetzes sind auf kommunaler Ebene die Jugendämter angehalten, mit freien Trägern, die in der Arbeit mit Kindern aktiv sind, gemeinsame Vereinbarungen auszuarbeiten: Diese betreffen vor allem das erweitertes Führungszeugnis.

Im Zuge dieser Neuerungen gründete sich im vergangenen Jahr ein Arbeitskreis aus Jugendämtern der Städteregion, den Stadtjugendringen Eschweiler und Herzogenrath, dem Evangelischen Kirchenkreis, dem Diözesanverband, dem Fachbereich kirchliche Jugendarbeit und den städtischen Fachbereichen Jugend in Aachen und Würselen.

Jetzt präsentierte der Arbeitskreis im Rahmen einer Informationsveranstaltung einem Fachpublikum von Vereinen und Trägern dieses neue Konzept. Dabei geht es zum einen um das neue Führungszeugnis, das sich speziell auf Straftaten im Bereich der Kindesmisshandlung bezieht und sich damit vom gewöhnlichen Führungszeugnis unterscheidet.

Doch nicht jeder Ehrenamtler, der sich in einem Verein engagiert, brauche solch eine Überprüfung, so die Mitarbeiter des Arbeitskreises. Die Entscheidung, welche Personen dies vor Arbeitsantritt vorweisen müssen, liege letztendlich in der Verantwortung der Träger: Sie entscheiden in jedem Fall einzeln anhand der Art, Intensität und Dauer der Tätigkeit mit Jugendlichen, erklärte Hans Brings von der Stadtverwaltung Würselen im Fachbereich Jugend.

So müsse ein Vereinsmitglied, das beispielsweise für ein Sommerfest eine Kinderhüpfburg betreut, im Zweifel kein Führungszeugnis vorlegen – aber die Begleitperson einer mehrtägigen Jugendreise würde in die Pflicht genommen, wusste Udo Breuer vom Fachbereich für Kirchliche Jugendarbeit.

Für die jeweilige Feststellung, ob ein Führungszeugnis verlangt werden muss, bekommen die Träger vom Arbeitskreis ein Prüfschema an die Hand gereicht, mit dem eine Entscheidung leichter fallen kann.

Obwohl der Arbeitskreis die vermehrte Aufmerksamkeit durch den Gesetzgeber auf das Thema Jugendschutz im Ehrenamt schätzt, wurde auch kritisch bemerkt, dass das erweiterte Führungszeugnis allein „kein Allheilmittel“ sei, so Norbert Latz vom Jugendamt Herzogenrath.

Deshalb haben die Verantwortlichen den zweiten Teil der Vereinbarung – ein ganzheitliches Kinder- und Jugendschutzkonzept – erarbeitet: Dabei geht es darum, in enge Kooperationen mit den Trägern und den Vereinen zu treten, um die allgemeine Aufmerksamkeit auf das Thema Kindesmisshandlung zu stärken.

Ziel sei es, dass Vereinsmitglieder in Verdachtsmomenten, zuverlässige Ansprechpartner haben, und dann gemeinsam weiter vorgegangen werden kann. Dazu wollen sie mit Akteuren vor Ort wie Trainern und Gruppenleiterin direkt ins Gespräch kommen.

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