Aachen - Frühstücksprojekt: Viel mehr als ein gesund gefüllter Magen

Frühstücksprojekt: Viel mehr als ein gesund gefüllter Magen

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Willkommen beim Frühstück: Heiner Nobis (hinten links), Brigitte Palm (hinten rechts) und Petra Savelsbergh (rechts Mitte) statteten den Kindern einen Besuch ab. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mögen Kinder Obst und Gemüse? „Klar!“, sagt Brigitte Palm, „und wie. Vor allem wenn es so zubereitet ist wie hier.“ Die Kleinen würden futtern wie jeck – und niemand fragte nach Schokolade oder Gummibärchen. Ziel erreicht, könnte man wohl sagen.

Zumindest was den Start in den Tag angeht, stimmt Brigitte Palm zu. Sie ist die Leiterin des Frühstückprojektes an der Grundschule Barbarastraße, über das jeden Morgen 90 kleine Münder, die zu 90 kleinen Kindern auf 90 kleinen Stühlen gehören, gestopft werden. Und dann geht es gestärkt und mit Vitaminen versorgt in die erste Schulstunde.

Idealer Freiraum

Brigitte Palm räumt derweil mit einer Gruppe von Müttern auf. Im direkten Sinne, weil es viel zu spülen gibt und im übertragenen Sinn, weil das Frühstücksprojekt den idealen Freiraum bietet, um Probleme zu besprechen und direkt anzugehen und um den sozialen Närboden im Viertel Rothe Erde zu verbessern. Seit sieben Jahren gibt es das Projekt, das seinerzeit von der heutigen Ratsfrau Uschi Brammertz initiiert wurde und in dem Brigitte Palm seit sechs Jahren den Ton angibt.

Dass dies nur ganz selten ein Kommandoton ist, ist ihr sehr wichtig. Aber oft prallen angesichts der zahlreichen Kulturen, die im Viertel und in der Schule vertreten sind, die Meinungen aufeinander: „Und dann muss man einfach für klare Strukturen und Entscheidungen sorgen.“

Grundsätzlich sei aber ein hohes Maß an Sensibilität gefragt, denn möglichst alle Mütter sollen auf dem Weg zum Miteinander mitgenommen werden. Da bildet das gemeinsame Zubereiten des Essens für die Kinder auch den besten gemeinsamen Nenner. Manch einer Mutter ist zur Erleichterung ihrer Arbeit in der Küche seitens des Projektes eine Weiterbildung finanziert worden. In einem Fall wurde eine Mutter sogar fest bei der Stadt angestellt.

Treue Unterstützer

Für den Sinn und den Erfolg des Projektes spricht der treue Stamm an Unterstützern. Dazu gehört zum Beispiel Heiner Nobis von gleichnamiger Bäckerei, die jeden Morgen das Brot spendiert. Dazu gehört aber noch mehr der „Verein zur Förderung der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil Aachen Rothe Erde“ mit seiner Vorsitzenden Petra Savelsbergh.

Sie ist nicht nur eine Förderin des Projektes sondern auch eine extreme Befürworterin des Erhalts der Schule an der Barbarastraße: „Die muss unbedingt am Leben bleiben, denn für viele Kinder aus dem Viertel ist Kontinuität sehr wichtig. Sie kommen aus der Kita Barbarastraße oder Weißwasserstraße in die Grundschule und gehen später in die OT. Sie werden aufgefangen und begleitet.“

Der Förderverein wird dem Projekt auch künftig unter die Arme greifen – ist seinerseits aber auch für jeder Unterstützung dankbar.

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