„Frühstück bei Tiffany“ am Theater: Den Film-Klassiker hinter sich lassen

Von: Jessica Jumpertz.
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Hat sich bewusst auf das Risiko eingelassen: Regisseur Jan Langenheim inszeniert das Stück „Frühstück bei Tiffany“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Einer der wohl bekanntesten Momente der Filmgeschichte: Eine junge Frau steigt vor den Schaufenstern von „Tiffany“ auf der 5th Avenue in New York aus einem Taxi, einen Becher Kaffee und Gebäck in einer Papiertüte in der Hand. Ob man nun „Breakfast at Tiffany’s“ mit Audrey Hepburn als Holly Golightly gesehen hat oder nicht – diesen ikonischen Moment hat jeder vor Augen, wenn er den Begriff „Frühstück bei Tiffany“ hört.

Das Theater Aachen zeigt das Stück nach der Erzählung von Truman Capote ab Freitag in der Kammer – und stellt sich damit der Herausforderung, etwas zu spielen, was bei vielen direkt ein Gedankenbild hervorruft.

Die Inszenierung des Stückes war ein lang gehegter Wunsch von Regisseur Jan Langenheim und Inge Zeppenfeld, Chefdramaturgin des Theaters Aachen. Dass der Titel des Stücks bei den meisten wahrscheinlich den berühmten Vorspann des Filmes in Erinnerung rufen würde, war beiden bewusst. Deshalb beginnt die Inszenierung mit der Darstellung dieses Vorspannes auf der Bühne.

„Es ist immer ein Widerspruch, wenn man sagt, man will den Film nicht nachbauen und dann ist der exorzistische Weg ihn nachzuspielen, um den Film hinter sich zu lassen“, lachte Langenheim. Das Stück soll den Film nicht nachstellen, sondern versucht, sich mit dem Mythos auseinanderzusetzen und sich davon zu befreien. Die Bühnenfassung, die für die Inszenierung im Theater Aachen ausgewählt wurde, beruht auf der Novelle Capotes und erweitert die Geschichte im Vergleich zum Film thematisch, da sie den namenlosen Schriftsteller mehr in den Vordergrund rückt.

Die Handlung befasst sich also nicht nur mit Holly Golightly und ihrer Lebensgeschichte, sondern thematisiert auch, inwieweit der Schriftsteller, der ihre Geschichte aufschreibt, ihre Figur erfindet. Die Begegnung mit Holly dient ihm als Inspiration und er unternimmt den Versuch, sie als Figur einzufangen.

Was Freundschaft bedeutet

„Frühstück bei Tiffany“ zeigt nicht nur die Geschichte und die Schicksalsschläge einer jungen Frau aus einer ländlichen Gegend, die nach New York flieht und sich dort unter anderem als Escort durchschlägt. Das Stück zeigt auch, wie die Frau als Projektionsfläche fungiert, was von Holly Golightly jedoch bewusst wahrgenommen und bedient wird, und es zeigt, was Freundschaft heute bedeutet.

„Es ist Unterhaltung, weil es einfach Spaß macht, und man ist gleichzeitig melancholisch angerührt von der Geschichte, von dem Mädchen, das versucht, einen Weg zu gehen, der nicht einfach ist“, erklärte Zeppenfeld.

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