Frostfolgen: Pro Tag fließen drei Tonnen Asphalt

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Schlaglöcher gehören in diesem Frühjahr mehr denn je zum Aachener Stadtbild. Und sie reißen ein ebenso tiefes Loch in den Etat von Gisela Weiß.

Die Abteilungsleiterin für Straßenunterhaltung bei der Stadt Aachen muss mit den Folgen eines extrem eisigen und schneereichen Dezembers kämpfen. Der Winter hat tiefe Spuren auf den Straßen hinterlassen. Schon jetzt haben die Reparaturen 120.000 Euro gekostet - ohne Personalausgaben. 1699 Einsätze wurden gefahren, 18 Einsatzstellen pro Tag an 92 Tagen bearbeitet. Dabei wurden 260 Tonnen Asphalt verfüllt, das sind drei Tonnen pro Tag.

Besonders gelitten haben Roermonder Straße (29 Tonnen Asphalt verfüllt), Heinrichsallee (23) Trierer Straße (22), Von-Coels-Straße (21), Adalbertsteinweg (15), Lütticher Straße (14) und Aachener Straße (13). Andernorts waren Flickarbeiten nicht mehr ausreichend. Während der Grauenhofer Weg noch vor den Sommerferien saniert werden soll, gibt es eine lange Liste von Straßen, deren Decke im Sommer komplett erneuert wird. Darauf stehen Breslauer Straße, Vaalser Straße (Jakobsplatz), Grachtstraße, Albert-Einstein-Straße, besagte Heinrichsallee und Lütticher Straße (zwischen Amsterdamer und Brüsseler Ring).

Insgesamt müssen 17.000 Quadratmeter Asphalt erneuert werden, 450.000 Euro wird dies kosten. Und alle Kosten gehen zu Lasten des Jahresbudgets von Weiß´ Abteilung. 1,4 Millionen Euro umfasst das, von denen 500.000 Euro für Straßenunterhaltung und 220.000 Euro für Brückenunterhaltung eingesetzt werden müssen. Abzüglich der Kosten zur Reparatur der Winterschäden bleiben noch 230.000 Euro für alles, was noch nicht erfasst ist.

Kosten steigen immer weiter

Stichwort Kosten: Die sind auch dem Winterdienst angesichts von 75 Fahrzeugen und 278 Mitarbeitern mit Schneeschaufeln insbesondere im Dezember davongelaufen. 868.000 Euro hat der Winterdienst letztlich gekostet. Im Vorwinter waren es 718.000 Euro, 2008/2009 464.000 Euro. Dabei kostete der manuelle Winterdienst, also die Arbeit auf Rad- und Fußwegen und in Fußgängerzonen, 372.000 Euro (Vorjahr 240.000 Euro) und der mit Schneeräumern 496.000 Euro (Vorjahr 477.000 Euro). Die Fahrzeuge wurden auf 1213 Straßen (1435 Kilometer) eingesetzt. Absolviert wurden 2362 Einzelfahrten (2220) bei 6077 Arbeitsstunden (5883). Und unterm Strich landeten 2455 Tonnen Streugut auf der Straße.

64.000 Euro hat der Abtransport des Schnees gekostet. Fünf Tage dauerte das. Nicht nur da hatte es Kritik an der Organisation des Wetterdienstes gegeben. Zu unrecht, meinten die Verantwortlichen im Betriebsausschuss des Stadtbetriebes. „Wir haben immer schnell reagiert”, sagte Winterdienst-Leiter Dieter Lennartz. „Optimierungsbedarf gibt es immer, aber wir sind sehr gut aufgestellt”, erklärte Peter Maier für den Stadtbetrieb. Aachens Straßen haben sie jetzt erstmal Weiß und ihren Mitarbeitern überlassen.
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