Frischer „Kulturkuchen“ ist fast gebacken

Von: Matthias Hinrichs
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Nachschlag für „Akut“: Die Theaterinitiative (hier eine Szene aus der Inszenierung „Criminales Bankett“ im Marschiertor) soll im laufenden Jahr mit 17.500 Euro aus dem städtischen Budget unterstützt werden. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Kunst ohne Gehege“ – so wird die Musik des „Art‘n Schutz Orchesters“ im Klappentext seines vielbeachteten Debüt-Albums durchaus anerkennend apostrophiert. Allerdings wird das Ensemble, in dem sich neun renommierte Jazz-Virtuosen der Region zusammengeschlossen haben, vorläufig wohl auch auf eine weitere angestammte Spielstätte jenseits der Klangbrücke im Alten Kurhaus verzichten müssen.

Ein Antrag des Orchesters auf städtische Mittel in Höhe von jährlich knapp 36.000 Euro zur Etablierung einer neuen Konzertreihe im Ludwig Forum ist vom Kulturbetrieb vorerst abschlägig beschieden worden.

„Leider ist der Gesprächsfaden, den wir vor zwei Jahren mit der ehemaligen Leiterin des Forums Brigitte Franzen und der damals frisch angetretenen Kulturdezernentin aufgenommen haben, mittlerweile gerissen“, sagte Ulla Marks der Aachener Zeitung. Die „Art‘n Schutz“-Sängerin zeigte sich enttäuscht, dass der Antrag im Rahmen der anstehenden Beschlüsse zur Verteilung von insgesamt 419.100 Euro aus dem Budget für „Kulturförderung außerhalb städtischer Einrichtungen“ (Kaste) in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses kaum Aussichten auf Erfolg hat, wie die Vorsitzende des Gremiums, CDU-Ratsfrau Dr. Margrethe Schmeer, auf Anfrage bestätigte. 2016 sollen zunächst lediglich 3000 Euro für Projekte fließen.

„Wir hoffen aber weiter, dass auch die Politik die Pläne unterstützt“, betont Marks. Denn angesichts des jüngsten Stabwechsels in der Chefetage des Kunsthorts an der Jülicher Straße besteht im Hinblick auf Kooperationen mit Vertretern der freien Kultur naturgemäß reichlich Gesprächsbedarf, nachdem Andreas Beitin zum Monatsbeginn die Nachfolge von Brigitte Franzen angetreten hat. Dazu gehört auch ein neues Fördermodell zur Fortsetzung der „Comiciade“-Reihe mit hochkarätigen Comic-Ausstellungen und Workshops.

Abzuwarten bleibt ferner, ob die Politiker in der entscheidenden Sitzung des Ratsausschusses am kommenden Donnerstag (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) sämtlichen Vorschlägen des Kulturbetriebs in Sachen „Kaste 2016“ folgen werden, zumal der Etat um immerhin 50.000 Euro aufgestockt worden ist. Davon soll unter anderem die Aachener Kultur- und Theaterinitiative Akut profitieren, die im vergangenen Jahr wegen massiver Finanznöte Alarm geschlagen hatte. „Vor allem die Organisation der Schultheatertage schlägt dort natürlich mit wachsendem Aufwand zu Buche“, weiß auch Schmeer. Daher soll die Initiative, die auch das Theater 99 betreibt, 2016 mit 17.500 statt bislang 15.000 Euro unterstützt werden.

Akut gehört zur kleinen Gruppe der langjährig etablierten nicht-städtischen Einrichtungen, deren Zuschüsse 2014 im Rahmen von Dreijahresverträgen festgezurrt worden sind, der Verein darf jetzt also dennoch auf eine weitere kleine Finanzspritze hoffen. Planmäßig ebenfalls berücksichtigt werden sollen das Deutsch-Französische Kulturinstitut (weiterhin 37.800 Euro), das Das Da Theater (40.000 Euro), die Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (24.000 Euro), der Neue Aachener Kunstverein (30.000 Euro), das Theater K. (40.000 Euro) sowie der Verein zur Förderung der Jazzmusik (3000 Euro).

Zuwendungsbescheide über die nächsten drei Jahre (2016 bis 2018) sind ferner geplant für den Förderverein Kunst und Internet (10.000 Euro per anno), „music loft“ (25.000 Euro) und das Kaleidoskop-Filmforum (13.000 Euro). Außerdem soll der Verein „Haus der Märchen und Geschichten“ mit 7000 Euro per anno neu in die dreijährige „feste“ Förderung aufgenommen werden.

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