Friedlicher Rundumschlag der Jugend gegen Gewalt

Von: Svenja Pesch
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Der Startschuss ist erfolgt: In der Boxhalle am Reichsweg kam es zum ersten Treffen Aachen-Kuba. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wenn in der Boxabteilung beim PTSV die Fäuste fliegen, dann kann es dabei schon mal hoch hergehen. Dann ist das nichts für zart Besaitete. Schließlich sind auch einige Profis am Werk.

Und wer in Aachen weiß, wie er den Gegner am besten „ausknocken“ kann, der ist auch bereit für größeres. Sei es auch tausende Kilometer weit entfernt – um genau zu sein 8140 Kilometer. Da liegt nämlich Kuba. Dort werden neun Nachwuchstalente des PTSV acht Tage lang vor allem in puncto Faust-Technik neues lernen und sich final dem Länderkampf Havanna gegen Aachen stellen.

„Was Wimbledon für die Tennisspieler ist, das ist Kuba für die Boxer“, erzählt Walter Küpper, Geschäftsführer der Kampagne „Jugend im Kampf gegen Gewalt“, die im Rahmen dieses Projektes erstmals sportliche Talente im internationalen Wettkampf fördert. Denn an zwei Tagen werden die Boxer im Leistungscenter der nationalen kubanischen Boxstaffel trainieren. Da mit einem Wettkampf in der Regel auch eine Revanche, beziehungsweise ein Rückkampf einhergeht, wird die kubanische Staffel im Oktober 2015 nach Aachen kommen. Das Budget konnte dank vieler Förderer aufgebracht werden.

Bei der Übergabe der Reisegutscheine konnten sich beide Seiten bereits beschnuppern. Björn Jansen, Vorsitzender des Stadtsportbundes und Förderer der Jugend-Initiative von Anfang an, begrüßte viele Gäste. Anette Chaogarcia, Leiterin der Außenstelle der Republik Kuba in Bonn sowie Marenella Kück, Inhaberin des Reiseveranstalters „SoliArenas“ schauten zu den jungen Talenten im Boxring auf, was hier wörtlich zu verstehen ist. Denn die Männer sind nicht nur stark, sondern auch groß. So wie Max Keller. Der knapp zwei Meter Mann boxt seit sieben Jahren und ist amtierender Hochschulmeister 2013 und deutscher Jugendmeister 2009. Auf die Reise freut er sich sehr, denn gemeinsam mit ihrem Trainer und ehemaligem Profiboxer Achim John hoffen alle Beteiligten auf eine spannende und lehrreiche Tour.

Küpper träumt derweil schon von dem Rückkampf. Auch wenn das noch über ein Jahr dauert, so sieht er ein Bild ganz klar vor Augen: Den Tivoli! Einen überdachten und beleuchteten Boxring! Ausverkauftes Haus – kein Platz ist mehr frei! Wie damals in den 60er Jahren, als Deutschland gegen England sowie gegen die Türkei antrat mit Aachens Boxikone Hansi Nägeler! Revival 2015. Das wäre doch was! Da wird Küpper ganz euphorisch. Doch bevor diese Pläne überhaupt in Erwägung gezogen werden, bleibt den Nachwuchsboxern eine wundervolle Zeit im fernen Kuba.

Wobei das bessere Kennenlernen noch auf der Arbeitsliste von Walter Küpper steht. Der erste kubanische Abend in den Hallen der ehemaligen Nadelfabrik bot deshalb die Gelegenheit, einen breiten Einblick in das Land und Leben auf Kuba zu bekommen sowie gleichzeitig die Chance, sich von dem sportlichen Angebot der Initiative zu überzeugen. Sonne, Strand und Meer – was jetzt noch mit dem Beamer an die Wand projiziert wird, kann schon in wenigen Monaten live vor Ort bestaunt werden. Vier Mal muss das Organisationsteam um den Sportmediziner Moritz Lang zur Vorbereitung nach Kuba.

Auch die traditionellen Speisen, wie Bananenschips und Süßkartoffeln, schmecken in einem echten kubanischen Restaurant bestimmt noch mal etwas besser. Was die sportlichen Betätigungen auf der Sonneninsel angeht, so sind sich alle Beteiligten sicher: Wenn sie schon als erste deutsche Mannschaft nach Kuba reisen, dann werden sie auch die Fäuste fliegen lassen. Selbstverständlich in fairer Manier.

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