Aachen - Friedenslauf: Sport rückt in die zweite Reihe

Friedenslauf: Sport rückt in die zweite Reihe

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Sie laden am 12. Juli zum Friedenslauf: Organisator Wolfgang Rölver, Mechthild Dahlmann, Lehrerin Martha Konradt-Hermann und die Kinder der KGS Passstaße Stella, Fabiano, Tom und Melike. Foto: Heike Lachmann

Aachen. 6000 oder mehr Füße werden am Freitag, 12. Juli, über das Pflaster der Innenstadt laufen, springen, sprinten, spazieren. Aber egal wie sich die Füße fortbewegen – sie alle gehören zu Kindern und Jugendlichen, die sich sportlich für den Frieden einsetzen wollen: Der Aachener Friedenslauf startet zum 12. Mal.

Seit einigen Jahren verpflichten die Schülerinnen und Schüler Sponsoren, die für jede erlaufene Runde einen selbst festgelegten Betrag spenden. „Meine Eltern, Großeltern, ihre Freunde – zusammen bin ich im vergangenen Jahr auf acht Euro gekommen“, berichtet Tom stolz. Der Neunjährige geht in die 4. Klasse der Grundschule Passstraße, die jetzt zum zehnten Mal geschlossen am Friedenslauf teilnimmt.

„Der Lauf ist die Belohnung der Kinder. Sie strengen sich an und können ein Zeichen setzen“, weiß Lehrerin Martha Conrad-Herrmann. Im vergangenen Jahr kamen 27 000 Euro Reinerlös für die Arbeit des „Netzwerks Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus“, von „Pax Christi“ und des „Forums Ziviler Friedensdienst“ zusammen. „Jedes Kind holt drei bis acht Sponsoren ins Boot“, weiß Wolfgang Rölver, der für „Pax Christi“ den Friedenslauf organisiert. „So hat der Friedenslauf auch noch eine hohe Multiplikatorenwirkung.“

Denn das ist ein weiterer wichtiger Teil des Aachener Friedenslaufes: Die Vermittlung von Werten wie Gewaltfreiheit und Wertschätzung des anderen, aber auch die Begegnung mit Zeitzeugen, die authentisch vom Leben im Krieg berichten können.

Dazu packt die Organisation des Friedenslaufes in jedem Jahr ein dickes Begleitprogramm für alle Schulklassen, die sich für den Friedenslauf anmelden: Pantomime, bewegter Religionsunterricht, Judo, Tanz, Coolness-Workshops, Gespräche mit einem Veteran des Bosnien-Krieges oder einem Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges. „Alle Projekte haben das gleiche Ziel: Auf den anderen aufmerksam machen. Durch die unterschiedlichen Herangehensweisen können wir unterschiedliche Lerntypen ansprechen“, erklärt Rölver.

So wie das Projekt „Ich – Du – Wir – Ohne Gewalt“, das durch den Friedenslauf schon in einigen Grundschulen zum regelmäßigen Angebot wurde. „Wir laufen für den Frieden. Aber was hat das mit mir selbst zu tun?“, erläutert Mechtilde Dahlmanns den Ansatz. „Indem sie ihre eigene Einzigartigkeit entdecken, können sie anderen auch wertschätzend gegenübertreten.“ Das gesamte Begleitprogramm kann erstmals auch von den OGSen in Anspruch genommen werden.

Jetzt muss nur noch geklärt werden, wo sich die Füße übers Aachener Pflaster bewegen. „Wegen der vielen Baustellen ist die Wegstrecke noch nicht klar“, meint Rölver. Aber die bunten Friedensfahnen in den Schülerhänden werden es am 12. Juli schon sichtbar machen.

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