Friedensdorf: Kindern ein Lachen ins Gesicht zaubern

Von: Katja Laska
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Helfen Kindern aus Krisengebieten: Annette Schorn, Elisabeth Gaeta, Gerdi Fetterroll und Erika Marner (von links) mit Irmi und Lotte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Den Kindern wieder ein Lachen ins Gesicht zaubern. Das wollen Erika Marner, Gerdi Fetterroll, Annette Schorn und Elisabeth Gaeta – und schaffen es auch. Die vier Aachenerinnen sind ehrenamtliche Betreuerinnen für das Friedensdorf International und kümmern sich um Schützlinge, die meist aus Kriegs- oder Krisengebieten kommen und hier medizinisch behandelt werden. Vier Frauen sind aber viel zu wenig.

„Wir brauchen dringend Unterstützung“, sagt Marner. Dabei geht es ihr um freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich abseits der Medizin Zeit für die Kinder nehmen. Sie ist seit acht Jahren Betreuerin der Friedensdorf-Kinder, die unter anderem aus Angola oder Afghanistan kommen und hier alleine sind – denn die Eltern können nicht mitfliegen.

Gegründet wurde Friedensdorf International 1967 in Oberhausen und hat sich seitdem zur Aufgabe gemacht, kranken oder verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten zu helfen. Durch eine kostenlose Behandlung in europäischen Kliniken können die jungen Menschen auch individuell versorgt werden. Sobald sie sich besser fühlen und die Behandlung abgeschlossen ist, kehren sie zu ihren Familien in die Heimat zurück.Doch bis es so weit ist, verbringen sie einen großen Teil ihrer Zeit in deutschen Krankenhäusern.

In Aachen beteiligen sich das Luisenhospital, das Marienhospital, die chirurgische Praxis von Dr. Franz Lassner und die Praxisklinik Orthopädie des Franziskushospital mit der Orthopädin Dr. Nicola Ihme an dem Projekt. „Auch die Krankenschwestern und Pfleger leisten tolle Arbeit. Das fällt leider oft unter den Tisch“, betont Marner. Die vier Frauen sind Dauergäste in den Kliniken. „Wir spielen mit den Kindern oder sind einfach nur da, wenn sie aus dem OP-Saal kommen. Wir werden schnell zu Bezugspersonen, schließlich ist ihnen hier alles fremd“, erzählt Fetterroll.

Und genau das schreckt viele ab, die eigentlich anfangs helfen möchten. „Die Kinder kommen aus einer ganz anderen Kultur und sprechen unsere Sprache nicht. Das kann ungewohnt sein“, fügt Schorn hinzu. Trotzdem hoffen die Frauen, dass sich bald mehrere helfende Hände finden. Die Lust zu helfen steht dabei an allererster Stelle, aber es wird auch auf Flexibilität, Zeit und Einfühlungsvermögen gesetzt. Außerdem ist die eigene Kreativität gefragt, denn „wir sitzen nicht nur am Krankenbett. Wir basteln mit den Patienten oder machen Ausflüge, sobald es ihnen besser geht“, sagt Marner.

Neben ihrem Ehrenamtsausweis brauchen sie natürlich die Zustimmung aus dem Friedensdorf, um mit den Kindern Tretboot zu fahren oder spazieren zu gehen.

Freiwillige Helferinnen und Helfer werden unter die Fittiche genommen, dem Krankenhauspersonal vorgestellt und können sich in Begleitung der vier Betreuerinnen erst einmal einen Eindruck von ihrer Arbeit verschaffen. Ist dieser gut, können sie sich auch eigenständig und individuell mit den Kindern beschäftigen und weiterführende Seminare im Friedensdorf besuchen. Der Einsatz lohnt sich. „Die Kinder sind alle eher problemlos“, meint Elisabeth Gaeta. Und alle sind sich einig: Man bekommt wahnsinnig viel Herzlichkeit von ihnen zurück.

Weitere Hinweise bekommt man unter Telefon 02064-4974217 oder im Internet unter der Adresse www.friedensdorf.de

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