Aachen - Freundschaftspreis geht an Kulturförderin mit Öcher Herz

Freundschaftspreis geht an Kulturförderin mit Öcher Herz

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Haben eine etwas andere Auszeichnung ins Leben gerufen: Kabarettist Wendelin Haverkamp und Musiker Dieter Kaspari (rechts) ehren Runi Förster am 1. Januar mit dem ersten Freundschaftspreis. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Eine weitere Preisverleihung für Aachen? Können Musiker Dieter Kaspari und Kabarettist Wendelin Haverkamp das ernst meinen? Und dann der Titel: „Der internationale Aachener Freundschaftspreis mit ganzen Nüssen“ – das kann doch nur ein bissiger Seitenhieb sein!

Doch das Ganze ist nicht bloß als Schwank gedacht, erklären die Initiatoren. Geehrt werden sollen Persönlichkeiten, die zur kulturellen Atmosphäre in der Stadt beigetragen haben.

Karlspreis, Ingenieurpreis, der Orden wider den tierischen Ernst, Innovations-, Gründer- und Marketingpreis – die Behauptung, Aachen als Stadt der Preise habe „im internationalen Vergleich eine der höchsten Pro-Kopf-Dichten an verliehenen Auszeichnungen“ scheint da nicht allzu weit hergeholt. Zur Erhaltung dieses hohen Niveaus wolle man also mit einer eigenen Preisverleihung beitragen, so die Veranstalter. Von den obligatorischen Preisgeldern und Printen wird aber abgesehen – stattdessen gibt es als Zeichen der Freundschaft und Demonstration der Zuneigung am 5. Januar ein Abendprogramm mit Musik und Texten.

Was den Freundschaftspreis außerdem von allen bisher da gewesenen Preisen unterscheidet: Der Empfänger hat sich um seine Wertschätzung in der Stadt und um die Zuneigung vieler Aachener verdient gemacht. Weil er zu deren persönlicher und vielleicht sogar kultureller Entwicklung beigetragen hat und das emotionale Band vieler Bürger zu dieser Stadt gestärkt hat.

Für die Premiere des Freundschaftspreises hat sich das Kuratorium für eine Empfängerin entschieden: Schnell waren sich Haverkamp und Kaspari mit den musikalischen Urgesteinen Manfred Leuchter und Semel Sembritzki einig, dass sie eine Persönlichkeit in ganz besonderem Maße beeindruckt hat: Runi Förster, viele Jahre Betreiberin von „Bei Runi“ an der Rennbahn. Inzwischen im Ruhestand, hat sie zahllose Öcher geprägt: Für die Gäste war ihr Lokal ein Ort der Kommunikation und der guten Musik, vor allem im Bereich des Jazz konnte man hier zum Experten werden.

1996 zog Runi von der Rennbahn auf die Jakobstraße, und auch im Jakobshof und dem Café Couleur hat sie gearbeitet. „Wir als Aachener Bürger fragen uns manchmal, was die vielen Preise sollen“, so Haverkamp. Andererseits habe man oft das Bedürfnis, besondere Menschen auszuzeichnen und ihnen zu sagen: „Vielen Dank, das hat uns etwas gegeben!“

Die Verleihung des Freundschaftspreises findet am Donner-stag, 5. Januar, im Café Couleur im Kreise rund 50 geladener Gäste statt. Die Ehrung besonderer Aachener Persönlichkeiten soll fortgesetzt werden – ohne Zwang zur jährlichen Wiederholung, aber die Initiatoren haben ohnehin schon einige mehr im Kopf, denen eine Ehrung gebührt. Zur Nostalgie-Show soll der Preis aber nicht werden. „Die freie Kulturszene war immer darauf angewiesen, dass es Charaktere wie Runi gibt“, so Kaspari. Und heute ist sie das eigentlich umso mehr – „vielleicht kann der Preis ja einen Denkanstoß geben“.

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