Freiwillige Feuerwehr übt für den Ernstfall

Von: Andreas Cichowski
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Jeder Handgriff muss sitzen: Bis bei einem Autounfall der Rettungswagen kommt, übernimmt die Feuerwehr die Erstversorgung der Verletzten. Foto: Andreas Cichowski
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Auch das Ansaugen von Löschwasser aus einem Bach üben die Wehrleuten. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Ob beim Feuer, beim Verkehrsunfall oder im Katastrophenschutz: Bei der Feuerwehr muss im Einsatz jeder Handgriff sitzen. Schließlich entscheidet dieser in vielen Fällen über Leben und Tod.

Damit im Ernstfall auch tatsächlich alles gelingt, hat die Freiwillige Feuerwehr Aachen am Samstag im großen Stil geübt – bei der sogenannten Orientierungsfahrt.

22 Jahre ist es her, dass die erste Orientierungsfahrt vom Löschzug Laurensberg für die gesamte Feuerwehr der Stadt Aachen organisiert wurde. „Leider blieb es bei einem einmaligen Ereignis – trotz reger Beteiligung“, sagte Löschzugführer Rolf Bohren. „Deshalb wurde das Konzept in diesem Jahr vom Löschzug Laurensberg erneut aufgegriffen.“

Dahinter steckt monatelange Organisationsarbeit, denn anders als die über das Jahr verteilten Übungen der einzelnen Löschzüge, schließt die Orientierungsfahrt das gesamte Aachener Stadtgebiet rund um den Stadtkern ein. Entlang dieser Strecke verteilten sich verschiedene Aktionspunkte, an denen das feuerwehrtechnische Wissen der Teilnehmer abgefragt und durch praktische Übungen in die Tat umgesetzt wurde. Dabei standen einsatzbezogene Schwerpunkte im Vordergrund, zum Beispiel Erste Hilfe, Knoten und Stiche, sowie andere feuerwehrtechnische Grundfähigkeiten.

Improvisation ist gefordert

Die Organisatoren wollten es den Kameraden nicht zu einfach machen: „Weiteres Ziel ist es, die Improvisationsfähigkeit der Mannschaft, als auch der Einheitsführer unter Beweis zu stellen“, erläuterte Bohren. Daher wurden bekannte Standardübungen in einigen Punkten variiert und abgeändert, so dass selbst die routinierten Kameraden der Berufsfeuerwehr ins Schwitzen kommen dürften. Auf diese Weise konnten die Gruppen sich, dem Leiter der Feuerwehr Aachen und der Aachener Bevölkerung ihre Leistungsfähigkeit in lockerem Wettbewerb beweisen.

Oftmals galt es auch, gemeinsam Probleme zu lösen, wie beispielsweise beim Aktionspunkt des sogenannten CBRN-Zuges. Dieser befasst sich mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahrstoffen und Gefahrenquellen und unterstützte die Übung. Eine Flüssigkeitsprobe aus einem nicht zugänglichen Bereich musste entnommen werden – kreative Lösungen mit Seilen, Leitern und anderen Hilfsmitteln wurden erarbeitet, um den Bereich nicht zu betreten und die Aufgabe zu meistern.

Herausgefordert wurden die Kameraden auch dadurch, dass sie die Strecke zunächst nicht kannten. „Gemeinsam müssen sie herausfinden, wo der nächste Streckenpunkt liegt, und gleichzeitig Fragen zum Allgemeinwissen beantworten“, erklärte der Löschzugführer. Auf diese Weise werde sowohl der Orientierungssinn in „unbekanntem Gelände“ geschärft, als auch Wegstrecken außerhalb des eigenen Einsatzgebietes mit den Großfahrzeugen erkundet, um auch hier für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Bei bestem Wetter gingen bereits am frühen Morgen 15 Staffeln aus allen Aachener Löschzügen an den Start. Im Schnitt sechs Stunden war jede Staffel damit beschäftigt, die Fahrtroute zu entschlüsseln, Fragen zu beantworten und an den Aktionspunkten zu schwitzen.

Jeder Fehler, jede Abweichung und Ungenauigkeit, wurde mit Fehlerpunkten geahndet. Ebenso wurde jeder gefahrene Kilometer in die Bewertung miteinbezogen. Dieses Mal ging der Pokal an die Kameraden des Löschzuges Rich-terich, welcher mit den wenigsten Fehlerpunkten die zweite Orientierungsfahrt haarscharf gewann.

Ein anstrengender Tag

„Obwohl es für alle Teilnehmer und auch für uns als Organisatoren ein sehr anstrengender Tag war, erreichen uns seit gestern durchweg positive Rückmeldungen“, schrieb einige Vertreter des Löschzug Laurensberg auf Facebook, und ergänzten: „Das freut uns vor dem Hintergrund der monatelangen Vorbereitungen natürlich besonders und lässt die Möglichkeit einer dritten Orientierungsfahrt in ein paar Jahren offen!“

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