Aachen - Freimaurer feiern 300-jähriges Bestehen in der Citykirche

Freimaurer feiern 300-jähriges Bestehen in der Citykirche

Von: Lamar-Aron Klaßen
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Festakt in der Citykirche: von links Karl-Josef Dreyer (Meister vom Stuhl), Pianistin Karina Sabac, Oberbürgermeister Marcel Philipp, Dagmar Emmerich (Frauenloge), Peter Verbeek (Meister vom Stuhl), Rainer Seiffert (Meister vom Stuhl). Foto: Andreas Steindl
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Festakt, Freimaurerei - 300 Jahre Gründung der ersten Großloge, Citykirche, Großkölnstraße, (PG, 7.6./leitner) im Bild v.l.n.r.: Karl-Josef Dreyer (Meister vom Stuhl) Foto: Karl-Josef Dreyer (Meister vom Stuhl)

Aachen. Viele Mythen ranken sich um den 1717 in London gegründeten Bund. Einige Verschwörungstheoretiker vermuten hinter den Freimaurern Strippenzieher der Weltpolitik, Feinde der katholischen Kirche oder ganz einfach unberechenbare Zeitgenossen.

Das, was jüngst in der Aachener Citykirche St. Nikolaus stattfand, hatte mit diesen Mythen recht wenig zu tun. Die ehemals als Geheimbund bekannte Freimaurergemeinschaft feierte ihr 300-jähriges Bestehen. In der Großköln-straße kamen dazu Freimaurer aus den vier Logen Aachens zusammen. Diese hatten jeden Interessenten eingeladen, egal ob Freimaurer oder nicht.

Zu den rund 170 Gästen, die dieser Einladung gefolgt waren, gehörten auch hochrangige Vertreter aus Politik und Kirche. Die Vizepräsidentin des Bundestages, Ulla Schmidt, der CDU-Bundestagsabgeordnete Rudolf Henkel, Dompropst Manfred von Holtum und Oberbürgermeister Marcel Philipp ließen sich das Fest nicht entgehen.

Die Loge „Zur Beständigkeit und Eintracht“ e.V. ist die älteste Aachener Freimaurer-Vereinigung und wurde 1774 gegründet. Ihr Vorsitzender Karl-Josef Dreyer führte zu Beginn des Abends durch die Geschichte der Freimaurer.

Von den Gründungen in London und Aachen, über die Freimaurer-Verfolgung Ende der siebziger Jahre, bis hin zur ersten Frauenloge 2010, gab er den Zuhörern einen Einblick in die Historie.

„Am Ende der letzten 300 Jahre, in denen wir als Freimaurer positiven Einfluss auf die revolutionären Bewegungen in Frankreich und Amerika im 18. Jahrhundert hatten, in Zeiten der Verfolgung aber auch großes Leid erfahren mussten, bleibt eines unverändert: Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht immer noch der Mensch.“ Dreyer sprach von Hochphasen und Tiefpunkten und klang dabei fast schon religiös.

Doch der Verweis auf die glaubensübergreifende Struktur der Freimaurer folgte zugleich: „Wir sind keine Religion und kein Religionsersatz. Unsere fünf Grundideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität sind es, die uns als Bund freier Menschen charakterisieren.“

Auch Oberbürgermeister Philipp konnte dieser Auffassung viel Gutes abgewinnen. „Sich für Menschlichkeit und Toleranz einzusetzen kommt heutzutage oft zu kurz. In Zeiten des Werteverfalls können wir beim Bau des europäischen Hauses von den Idealen der Freimaurer profitieren.“

Das Zelebrieren dieser Werte fand in der Citykirche auch in Form von hochklassiger Musik statt. Karina Sabac am Klavier, Susanna Schael an der Violine und Sopranistin Martine Reyners sorgten für beste Unterhaltung und den richtigen Rahmen eines 300-jährigen Jubiläums.

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