Freie Auswahl bei Hotels, Cafés und Kneipen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
gastrobild
Geht es jemals aufwärts? Das ehemalige Roncalli-Café an der Theaterstraße hat immer noch keinen neuen Betreiber. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zu verkaufen, zu verpachten, zu vermieten: Wer schon immer mal gerne ein Hotel, Restaurant, Café betreiben wollte, wer schon immer hinter dem Tresen stehen wollte, der hat derzeit fast die freie Auswahl. Etliche Hotels, Gaststätten, Restaurants suchen neue Betreiber und/oder Inhaber.

Allerdings scheint es derzeit nicht so viele zu geben, die von einer Karriere in der Gastronomie träumen. Klar, die Zeiten sind hart. Und so sucht manches Objekt schon länger jemanden, der Schwung in die Bude bringt.

Allen voran das einstige Roncalli-Café an der Theaterstraße. 2008 gab es einen neuen Pächter, doch auch dieses Engagement platzte rasch. So hieß es bei der Firma „Property One” (Frankfurt), die das Objekt betreut, es gebe Interessenten, konkret sei nichts. Wer einsteigt, muss im Wortsinn gut wirtschaften. Schließlich wollen über 9000 Euro Pacht pro Monat erst einmal hereingeholt sein.

Auch in Sachen Hotels ist einiges in Bewegung. Während derzeit Pläne für neue Übernachtungsstätten - etwa an der Sandkaulstraße - reifen, werden für alteingesessene Häuser neue Betreiber gesucht. So für den „Schweizerhof” an der Monschauer Straße. Mit im Paket, das im Internet für 4,7 Millionen Euro angeboten wird, sind Tennishallen, Squashcourts, Wellness und, und, und. Hier sieht es gut aus. Makler Stefan Schepers bekundet, ein Käufer sei am Start. Der Grund für den Wechsel liege im Alter der Besitzer.

Ein Argument, das auch für andere Häuser angeführt wird. „Generationenwechsel” lautet das Stichwort zum Beispiel im Traditionshaus Hesse an der Friedlandstraße oder im Haus „Dura” an der Lagerhausstraße.

In der Nachbarschaft steht auch das Hotel „Central”, Römerstraße, zum Verkauf. Mitten in der City am Markt sucht das Hotel „Drei Könige” für 1,2 Millionen Euro neue Inhaber. Betreiberin Gabriele Bär-Nienhaus hatte jüngst Kritik daran geübt, dass neue Hotels gefordert werden, während die Auslastung der bestehenden Häuser zu wünschen übrig lasse.

Altersgründe sind es auch, die in mancher Kneipe einen Wechsel erfordern. So zum Beispiel im Traditionshaus „Fuchsbau” am Adalbertsteinweg.

Wirt Josef Falken will 2010 nach 39 Jahren den Zapfhahn endgültig hochdrehen. Dass es nicht leicht wird, einen Nachfolger zu finden, weiß Makler Hermann Steffens ebenso wie Immobilienexpertin Caroline Reinartz, die das ehemalige Degraa-Haus „Os Oche” (zuletzt „Spectaculum”) am Hansemannplatz an den Mann bringen will.

Unmöglich sei das aber nicht, wie der bereits erfolgte Verkauf des Degraa-„Bärenhofs” (jetzt „Frascati”) gezeigt habe. Und noch einmal Degraa: Auch für die früheren „Kaiser-Karls-Stuben” an der oberen Pontstraße, in denen heute die „Käselust” eine Heimat hat, wird ein neuer Pächter gesucht. Wobei die „Käselust”-Leute eigentlich gerne weitermachen würden.

Von ganz anderer Art ist das „Monoheidi” im Pontviertel. Die durchgestylte Lounge-Bar sucht ebenfalls einen Käufer.

Weitere Beispiele für Vakanzen: Das „Haus am See” in Diepenbenden ist nach der Brandstiftung noch geschlossen, der „Grenzhof” an der Lütticher Straße steht leer, ebenso die „Bauernstuben” an der Jülicher Straße, der „Vaalser Treff” an der Vaalser Straße, das Haus „Augustinerwald” (Hitfeld), auch das „Kremerhaus” an der Rennbahn und das Ex-„Diana-Kino” an der Burtscheider Neustraße.

Andere bekannte Gaststätten werden nicht mehr öffnen. So das ehemalige „Lennet Kann” (Pontstraße) - und das frühere „Degraa am Fischmarkt”. Das Haus wird derzeit kernsaniert. Der neue Besitzer Herbert Pontzen hat für die frühere Kneipe einen Traum: ein Fischgeschäft. Das Restaurant „Cassolette” an der Viktoriaallee ist auch Vergangenheit. Dort könnte es Büros geben.

Dirk Deutz als Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes sieht die Vielfalt der Gastro-Szene aber nicht gefährdet: „Es wird sicher bunt und gemischt bleiben.” Mancher Verpächter müsse sich aber Gedanken über die teils horrenden Mieten machen. „Das lässt sich teils nicht erwirtschaften.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert