„Frechheit”: Alemannia bremst Taxifahrer am Tivoli aus

Von: Robert Esser
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Kein Platz für Taxis? Droschkenchef Friedel Görtz ist über die Ablehnung von Alemannia Aachen empört. Foto: Robert Esser

Aachen. Von einer „Frechheit” spricht Taxi-Chef Friedel Görtz. Der Vorstand der Aachener Autodroschkenvereinigung (AAV) ist stinksauer auf die Alemannia, weil vor dem neuen Tivoli kein Taxistand eingerichtet wurde: „Erst wird mit Millionen-Aufwand ein riesiger Vorplatz vor diesem grandiosen Stadionneubau gestaltet, und dann soll da kein Platz für einen Taxi-Stand sein?”

Der AAV-Vorsitzende klagt über „arrogantes Verhalten” der Alemannia-Verantwortlichen, ärgert sich über die „Hinhaltetaktik” während der Planungsphase des Tivoli-Umfelds. Man sei - im Gegensatz zu Aseag und Apag - nicht mal in den entsprechenden Arbeitskreis „Parken & Verkehr” eingeladen worden.

Dieses Gremium - besetzt mit städtischen Verkehrsplanern, Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr etc. - ließ den Taxistand am Tivoli dann erstmal außen vor. Stephan van der Kooi, Alemannias Projektleiter für den neuen Tivoli, schränkt ein: „Wir haben den Taxistand nie generell abgelehnt. Aber wir wollten nach den Erfahrungen beim CHIO zunächst abwarten, wie sich die Verkehrsflüsse entwickeln.”

Taxichef Görtz fürchtet - neben einem Verkehrschaos wie beim Reitturnier - weitere Einbußen für die Taxibranche. Denn die Chauffeure leiden unter schwindenden Fahrgastzahlen. „Wir sind auf jeden Fahrgast angewiesen”, betont Görtz.

2006, als die Reitweltmeisterschaften hunderttausende Besucher in die Soers lockten, zählte die Autodroschkenvereinigung noch 595.144 Passagiere. Zwei Jahre später waren es fast 63.000 Fahrgäste weniger. 2009 sinken die Zahlen weiter. Allein im März, April und Mai fehlten der AAV im Vergleich zum Vorjahr 15.000 Taxi-Fahrten.

„Natürlich hat dieser Negativ-Trend viele Gründe”, räumt Görtz ein. Rückgänge bei den Krankenfahrten, die Konkurrenz der billigen Mini-Cars (Mietwagen) und auch die Tariferhöhung wirken sich aus. „Umso wichtiger ist es, dass wir - und unsere verbliebenen Kunden - nicht noch weiter in Mitleidenschaft gezogen werden.”

Beim Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) sitzt die Taxibranche - anders als bei der Alemannia - im Planungskreis. Zum CHIO 2010 will der ALRV deswegen Position und Fahrtrichtung des Taxistandes an der Hubert-Wienen-Straße überdenken. „Da herrschte zeitweise totales Chaos, weil vorher niemand auf uns hören wollte”, sagt Görtz. Auch die Sonderbusse der Aseag seien durch die ungünstige Taxi-Regelung immer wieder blockiert worden. ALRV-Vorstandsvorsitzender Frank Kemperman: „Das wird sich nicht wiederholen. Unser Arbeitskreis Verkehr, in dem die Taxifahrer eng eingebunden sind, wird das Problem lösen.”

Kommende Woche soll das Thema auf die Tagesordnung des Tivoli-Arbeitskreises gesetzt werden, heißt es von städtischer Seite. Ob man dann im Sinne der Taxizunft einlenkt, ist allerdings noch völlig offen.
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