Aachen - Frauennotruf zieht Bilanz: Immer mehr Hilfesuchende

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Frauennotruf zieht Bilanz: Immer mehr Hilfesuchende

Von: Merle Tilk
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Frauennotruf zieht Bilanz. Im Jahr ihres 30-jährigen Bestehens stellt die Aachener Beratungsstelle für vergewaltigte Frauen und Mädchen fest: Der Bedarf hat zugenommen. 50 Personen mehr als im Jahr 2009 nahmen im vergangenen Jahr das Angebot des Notrufes in Anspruch.

Die Zahl der Hilfesuchenden stieg damit von 331 auf 381. „Das sind unglaublich viele”, erklärte Agnes Zilligen im Rahmen der Präsentation der Statistik.

„Jede Person stellt einen Fall und ein Schicksal dar.” Für das Team der vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen bedeutet dies einen Anstieg um 15 Prozent - und auch Männer waren unter den Hilfesuchenden. Dabei führt der Frauennotruf den erhöhten Beratungsbedarf unter anderem „auf die hohe Medienpräsenz des Themas âsexueller Missbrauch´ in kirchlichen und anderen Institutionen im letzten Jahr zurück”. Aber auch die Sensibilisierung von Fachkräften für die Anzeichen sexueller Gewalt trug dazu bei, dass mehr Opfer Hilfe in Anspruch nahmen.

Von der Beratung bis zur Begleitung von Betroffenen zur Anzeigenerstattung oder zum Gerichtsprozess gaben die vier Frauen der Beratungsstelle, die sich 2,5 Stellen teilen, Agnes Zilligen, Monika Bulin, Bettina Cyriax und Gisela Görres, ihr Bestes. Dennoch mussten aufgrund der hohen Beratungsnachfrage andere Aufgaben auf Eis gelegt werden. Und es musste an allen Ecken und Enden gespart werden.

Zwar ist die Zahl der durch Präventionsveranstaltungen erreichten Personen wesentlich gestiegen. Jedoch konnten nicht alle Anfragen nach Workshops und Veranstaltungen, wie die zum Thema K.O.-Tropfen, erfüllt werden. „Es ist unser Wunsch, auch mehr in der Präventionsarbeit zu leisten und dort ansetzten zu können, wo noch nichts passiert ist”, so Zilligen weiter.

Über die Aufstockung der Bezuschussung seitens der Städteregion Aachen um 10.000 Euro freuen sich die engagierten Frauen nun besonders. „Wir werten dies als Erfolg!”, sagen sie. Angesichts leerer Kassen wurde zwar lange diskutiert, „aber wir wollten Menschen, die sich angesichts dieses aktuellen Themas dazu durchringen, sich helfen zu lassen, nicht im Regen stehen lassen. Wir mussten den Impuls aufnehmen”, erklärte Lars Lübben (Grüne), Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und demographischen Wandel der Städteregion. „Wir haben gesehen, dass dieses Thema sehr wichtig ist”, stimmte ihm Ulla Thönnissen, ebenfalls Mitglied des Ausschusses und sozialpolitische Sprecherin der CDU im Städteregionsrat zu.

Neben der Unterstützung durch die Städteregion Aachen und durch das Land NRW, muss der Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen einen Eigenanteil von 20 Prozent stemmen. Spenden werden gerne entgegengenommen. Spendenkonto: 1003334 bei der Sparkasse Aachen, BLZ 39050000.

Weitere Infos gibt der Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V. unter info@frauennotruf-aachen.de oder Tel. 542220.

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