Frauennotruf erhält Landesförderung für ein neues Projekt

Von: Kathrin Fuhrmann
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Wollen den Flüchtlingsfrauen helfen: Bettina Cyriax, Fachberaterin Frauennotruf, Michaela Frank, Kunsttherapeutin und Agnes Zilligen, Projektkoordinatorin (von links). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Flüchtlinge sind in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht häufig Gewalt und Verfolgung ausgesetzt. „Insbesondere Frauen und Mädchen erleben sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung“, sagt Agnes Zilligen vom Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Aachen.

Auch nach der Flucht litten die Betroffenen unter den Folgen, zumal sie sich in der neuen Umgebung auch oftmals nicht wohl und sicher fühlten. Hilfe und ein offenes Ohr für die jungen Mädchen und Frauen sind daher wichtig. Der Frauennotruf Aachen erhält aus diesem Grund vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA)in Nordrhein-Westfalen eine Landesförderung zur Unterstützung von Flüchtlingsfrauen.

Mit dem Projekt „damit die Flucht ein Ende hat“ will sich der Verein nun auf vielfältige Weise für die psychosoziale Versorgung insbesondere von Flüchtlingsfrauen, die sexuelle Gewalt erfahren haben, einsetzen. Michaela Frank, Pädagogin und Kunsttherapeutin, bietet in Zusammenarbeit mit dem Frauennotruf einen offenen Treff für die Flüchtlingsfrauen an. Ihr ist es wichtig, einen Raum „von Frauen für Frauen“ zu schaffen, in dem die Frauen zur Ruhe kommen, miteinander sprechen können und in dem auch die Möglichkeit besteht, sich kreativ ausdrücken. „Was genau bei dem Treffen stattfinden wird, ist ganz offen. Ich biete ein nonverbales Angebot auf kunsttherapeutischer Grundlage, dem sich die Frauen langsam und in ihrer individuellen Art und Weise nähern können“, sagt Frank. Die Frauen könnten basteln, malen, sich austauschen oder einfach nur einen Tee trinken.

Wichtig sei, dass man sich den Frauen ganz behutsam nähere und ihnen zeige, dass sie keine Angst haben müssten. Agnes Zilligen weiß aus jahrelanger Erfahrung, dass es Zeit braucht, bis sich die Frauen öffnen. „Wir wissen nicht, ob die Frauen sich uns anvertrauen oder wie lange es dauert, bis sie überhaupt mit uns sprechen“, sagt Zilligen.

Neben diesem Angebot vermittelt der Frauennotruf im Rahmen des Projekts, Kenntnisse über sexuelle Traumatisierung für professionelle und ehrenamtliche Helfer, die mit Flüchtlingsfrauen arbeiten. Ein sensibler Umgang mit Betroffenen soll dazu führen, dass Bedingungen geschaffen werden, die eine weitere Traumatisierung verhindern. „Uns ist klar, dass Zeit und Personal in allen Bereichen der Flüchtlingshilfe zurzeit sehr knapp sind. Aber solch eine Schulung ist wichtig, um den Flüchtlingsfrauen bestmöglich zu helfen“, sagt Bettina Cyriax, Fachberaterin des Frauennotrufs.

Zusätzlich steht der Aufbau von weiterer Vernetzung innerhalb der Städteregion bis zum Jahresende im Vordergrund. Ein erster Schritt ist bereits getan: Seit dem 1. September ist der Frauennotruf Mitglied im „Netzwerk Integration Region Aachen“.

„Wir hoffen, dass wir den geflüchteten Frauen in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen helfen können. Sie sollen sich sicher fühlen und wissen, dass sie keine Angst haben müssen“, sagt Agnes Zilligen.

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