Frauenhaus bietet ganz besonderen Schutzraum

Von: Marie Eckert
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Willkommene Hilfe: von links Klaus Neher, Peter Mogga, Heike Zinta, Regina Dremmen, Leo Müller überreichten Ursula Braun-Kurzmann (2. von links) eine Spende. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. 20 Plätze für Frauen und deren Kinder gibt es im Frauen- und Kinderschutzhaus Aachen. Sie sind bestimmt für diejenigen, die in eine häusliche Gewaltsituation gekommen sind und Hilfe und Schutz brauchen. Das Frauen- und Kinderschutzhaus ist eines der Hilfsangebote des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF).

108 Frauen und 123 Kinder haben im vergangenen Jahr im Schutzhaus Zuflucht gefunden, manche zwei Tage, manche sechs Monate. „Die Auslastung ist leider noch immer sehr groß“, betont Ursula Braun-Kurzmann, Geschäftsführerin des SkF. Oft nähmen gering verdienende Frauen das Angebot in Anspruch, die vom Partner abhängig seien.

„Wir arbeiten eng mit dem Frauenhaus in Alsdorf zusammen und können so einen Rund-um-die-Uhr-Service anbieten“, sagt Braun-Kurzmann. Und: Falls die Frau zu Hause wohnen bleiben möchte, bietet das Schutzhaus auch einfach nur Beratung an. „Das ist eine ambulante Hilfe, bei der die Frauen beispielsweise über ihre Rechte aufgeklärt werden“, erklärt Braun-Kurzmann.

Hilfe bekommen die Frauen in allen Belangen – rechtlich, psychosozial, medizinisch und finanziell. Staatliche Unterstützungen müssen allerdings oft erst noch beantragt werden, Kleidung oder Füllfederhalter für die Schule werden aber direkt gebraucht, denn: „Oft kommen die Frauen nur mit dem, was sie am Leib haben, zu uns, weil sie keine Zeit hatten, etwas zusammenzupacken oder vielleicht kontrolliert werden“, erklärt Braun-Kurzmann.

Abhilfe schafft da zum Beispiel die Spende, die von Mitarbeitern der Firmen Lindt/Sprüngli, Lambertz und Kinkartz an das Frauen- und Schutzhaus geht. Die Idee: Alle Frauen der Unternehmen, die in der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind, bekommen zum internationalen Frauentag am 8. März eigentlich eine kleine Aufmerksamkeit, zum Beispiel eine Rose. Diese kleinen Geschenke werden in diesem Jahr in eine Spende für das Frauen- und Kinderschutzhaus umgewandelt – die Ursula Braun-Kurzmann jetzt entgegen nahm.

Raus aus der Gewaltspirale

Sie beschreibt das Schutzhaus als eine Art Wohngemeinschaft, in der eine wichtige Erfahrung für die Frauen sei, dass sie nicht allein sind. „Viele haben jahrelang Gewalt erlebt, oft seit ihrer Kindheit“, weiß Braun-Kurzmann. Oft kämen die Frauen wieder, manchmal sogar ein drittes Mal, bevor sie dann die Trennung schafften. „Umso mehr freuen wir uns, wenn wir unseren Bewohnern dann dabei helfen können, ein neues Leben anzufangen, sie beispielsweise bei der Wohnungssuche unterstützen“, sagt Braun-Kurzmann und fügt hinzu: „Die Frauen kommen geknickt zu uns ins Haus und gehen aufrechter wieder heraus.“

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