Frauenhäuser in der Städteregion: Wegen Überbelegung abgewiesen

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Aachen. Die Bedeutung der beiden Frauen- und Kinderschutzhäuser in Aachen und Alsdorf ist nach wie vor gegeben, auch die ambulanten Beratungsgespräche der Fachstellen gegen häusliche Gewalt haben nichts an Notwendigkeit verloren.

„Beide Frauenhäuser mussten in 2010 Frauen wegen Überbelegung abweisen, wir schaffen es nur mit Mühe, unseren telefonischen 24-Stunden Bereitschaftsdienst zu gewährleisten und die nachgehende Beratung, wenn Frauen das Frauenhaus wieder verlassen, kommt zu kurz”, fasste Ursula Braun-Kurzmann, Geschäftsführerin des Sozialdienst katholischer Frauen, bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2010 zusammen.

Demnach ist die Belegung in beiden Frauenhäusern im Vergleich zum Vorjahr gesunken (2010: 216 Frauen und 189 Kinder, 2009: 239 Frauen und 251 Kinder), dennoch mussten wieder 34 Frauen wegen Überbelegung abgewiesen und an andere Frauenhäuser verwiesen werden. Die meisten aufgenommenen Frauen waren zwischen 26 und 40 Jahren alt, der größte Anteil der Kinder im Alter bis zu fünf Jahren.

Mehr als die Hälfte, genau 167 Frauen, sind Ausländerinnen. „Dieser Anteil ist gestiegen, weil die Frauen besser informiert sind als in den Vorjahren”, sagt Braun-Kurzmann. 109 Frauen kamen zum ersten Mal ins Frauenhaus, 187 Frauen zum wiederholten Mal, wobei die meisten Frauen nur bis zu einer Woche bleiben.

Stark gestiegen ist die Anzahl der ambulanten Beratungen, wo 169 ein persönliches Beratungsgespräch suchten (2009: 142). „Bei den ambulanten Beratungen sind es Frauen aus allen Gesellschaftsschichten, die uns aufsuchen, in den Frauenhäusern sind es eher Frauen aus der Arbeiter- und Hartz-IV-Schicht, die häufig aufgrund von Arbeitslosigkeit des Partners oder Streitereien um Geld Opfer häuslicher Gewalt werden”, sagt Renate Wallraff, Leiterin der Fachstelle gegen häusliche Gewalt Alsdorf, die vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen getragen wird. Telefonische Beratung erhielten im vergangenen Jahr 423 Frauen.

Beide Fachstellen haben drei Mitarbeiterinnen, wo früher bis zu sechs Frauen arbeiteten, und sind chronisch unterbesetzt. Der Grund sind reduzierte Landesfördermittel. „Wir werden von der AZ-Aktion
„Menschen helfen Menschen” und von dem „Nele und Hanns Bittmann Verein” unterstützt, sind aber dringend auf weitere Spenden angewiesen”, sagt Wallraff. Mit Blick auf die Zukunft appellieren beide Leiterinnen der Frauenhäuser, den Ansatz der frühen Hilfen als Angebot für Schwangere und junge Familien auszuweiten. „Prävention ist das wichtigste, um häusliche Gewalt erst gar nicht entstehen zu lassen”, ist sich Braun-Kurzmann sicher.
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