„Frauen helfen Frauen”: Seit 30 Jahren eine Anlaufstelle

Von: akas
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Aachen. „Häusliche Gewalt? Das gab es früher in der öffentlichen Meinung nicht”, erinnert sich Marion Moss an Zeiten, als Gewalt gegen Frauen in der Familie noch als Tabuthema galt.

Dass physische und psychische Gewalt damals wie heute zum Alltag vieler Frauen gehört, wissen die Mitarbeiter der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen”.

Seit mittlerweile 30 Jahren bieten die allesamt weiblichen Mitarbeiter eine kostenlose Anlaufstelle für ratsuchende Frauen. In dieser Zeit hat sich die Beratungsstelle, die sich 1979 noch relativ alleine um die Belange bedürftiger Frauen kümmerte, zu einer bekannten und gut vernetzten Institution entwickelt, die mittlerweile auch als Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt fungiert.

„Die Nachfrage ist eindeutig höher geworden”, erklärt Annette Pütz. Allein im vergangenem Jahr suchten 508 Frauen im Alter von 14 bis 80 Jahren die Beratungsstelle auf.

In der Vielzahl der Problematiken spiegelt sich das offene Angebot von „Frauen helfen Frauen” wieder, die sich zwar als Fachstelle für Frauen, die von physischer, psychischer und ökonomischer Gewalt betroffen sind, versteht, allerdings auch bei bürokratischen Angelegenheiten Hilfestellung leistet. „Trennung und Scheidung sind weiterhin das Hauptthema”, bemerkt Pütz mit Blick auf rund 300 Fälle, bei denen Beziehungsprobleme zum Problemfeld gehörten.

Zu den weiteren Schwerpunkten gehören Gewalt, Existenzsicherung und gesundheitliche Probleme. Neben einer allgemein steigenden Nachfrage beobachten die Mitarbeiter einen wesentlich höher werdenden Migrantenanteil.

Rund die Hälfte der Frauen, die 2009 Hilfe von der Beratungsstelle erhielten, wiesen einen Migrationshintergrund auf. Als „Türöffner” bezeichnet Pütz das mehrsprachige Team von „Frauen helfen Frauen”, das auch auf persisch, kroatisch, türkisch, kurdisch und englisch beraten kann.

Doch trotz mehrsprachiger Flyer und einer guten Vernetzung gebe es immer noch Frauen, die die Beratungsstelle noch nicht erreichen konnte, bedauert Rukiye Dogan.

Um dies zu ändern und um weiterhin notleidenden Frauen helfen zu können, ist die Beratungsstelle auf Spenden angewiesen. So auch auf eine beachtliche Spende der Sparkasse Aachen, mit der die Beratungsstelle ihre Räume neu gestaltete, das Kommunikationsnetz modernisieren und die Präventionsarbeit ausbauen möchte.
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