Aachen - „Frauen helfen Frauen“: Gewalt findet im Privaten statt

„Frauen helfen Frauen“: Gewalt findet im Privaten statt

Von: Julia Hilgefort
Letzte Aktualisierung:
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Mit einer Spende in Höhe von 2500 Euro unterstützt die Sparkasse Aachen den Verein „Frauen helfen Frauen“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Häusliche Gewalt findet im Privaten statt. Keiner soll erfahren, dass der Partner oder bisweilen das eigene Kind gewaltsam handelt. Im Kampf mit dem Schamgefühl, ist der Weg zur Beratung für viele Frauen eine große Überwindung. Dabei betrifft es Frauen jeder Gesellschaftsschicht unabhängig vom kulturellen Hintergrund oder der Staatsangehörigkeit.

„Trennung, Scheidung, physische und psychische Gewalt - die Probleme sind seit über 35 Jahren Arbeit die Gleichen“, schilderte Mitarbeiterin Natalie Djurkovic der Beratungs- und Interventionsstelle am Mittwoch. Der Großteil der Opfer sei zwischen 26 bis 40 Jahren alt und die meist männlichen Täter würden erschreckenderweise immer jünger, so Mitarbeiterin Angelika Gey.

Die von polizeilicher Seite zugewiesenen Fälle an die Interventionsstelle nahmen seit 2005 bis heute sogar um das circa Siebenfache zu. Dennoch sei auch eine positive Entwicklung zu verzeichnen: In Not geratene Frauen hätten sich verstärkt Hilfe gesucht. Parallel zu dem Trend nehme natürlich die Arbeit für den Verein zu, alle Kapazitäten seien ausgelastet, berichteten die Mitarbeiterinnen.

545 Frauen und Mädchen suchten allein im vergangenen Jahr das Gespräch in der Beratungsstelle. Das ist im Vergleich zu 2012 ein leichter Rückgang. Bei den Einzelberatungen wurden indes Zuwächse verzeichnet. Viele Frauen kamen zwei-, drei oder mehrere Male. Denn neben Gesprächen, begleiteten die Pädagogen und Sozialarbeiter die Frauen auch bei Gängen zu Gericht oder Ämtern.

Die Spende über 2500 Euro, die Karl-Heinz Stockem als Vertreter der Sparkasse Aachen, bekannt gab, erfreute den Verein umso mehr. Das Geld entstammt der Lotterie „PS – Sparen und Gewinnen“ mit welcher Projekte und Initiativen in der StädteRegion Aachen finanziell unterstützt werden. Jährlich muss „Frauen helfen Frauen“ 20.000 Euro Eigenmittel einwerben und ist somit auf öffentliche Zuschüsse, Spenden, Mitgliedsbeiträge und Bußgelder angewiesen.

Letztere wurden nach Angaben von Natalie Djurkovic in der Vergangenheit aber immer weniger. Vor einigen Tagen protestierten die Frauen der Interventionsstelle mit Frauenberatungsstellen aus ganz NRW vor dem Landtag in Düsseldorf für eine verbesserte Finanzierung. Sie wollen in Zukunft einer noch größeren Zahl an Frauen helfen können – ohne finanzielle Sorgen.

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