Aachen - „Frauen helfen Frauen“ brauchen Unterstützung

„Frauen helfen Frauen“ brauchen Unterstützung

Von: Lale Dalz
Letzte Aktualisierung:
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2500 Euro von Sparkasse an „Frauen helfen Frauen“: Julia Mickartz, Annette Pütz, Aynur Özdemir und Natalie Djurkovic (von links) dankten Karl-Heinz Stockem von der Sparkasse. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Frauen, die von häuslicher Gewalt, Trennung und Scheidung betroffen sind, können sich in Aachen an „Frauen helfen Frauen“ wenden. Auch bei Problemen mit Behörden oder der Existenzsicherung sowie bei Sprachbarrieren stehen die Fachkräfte dort zur Verfügung. Doch was erwartet eine Betroffene, die sich hilfesuchend an die Beratungsstelle wendet?

„Bei uns kann jede Frau zu den offenen Sprechzeiten anrufen oder hereinkommen und erhält unbürokratische, auf Wunsch auch anonyme Hilfe. Wir nehmen uns Zeit, ihre individuelle Situation zu beleuchten, Fragen zu klären, und wenn nötig weitere Schritte in die Wege zu leiten“, erklärt Sozialpädagogin Annette Pütz. Frauen sollten nicht zögern, sich Hilfe zu suchen, und das so früh wie möglich – denn am besten kann man präventiv arbeiten, das heißt schon bevor beispielsweise Partnerschaftskonflikte gewaltsam eskalieren. Doch zufrieden ist Pütz noch nicht. „Wir müssten noch viel mehr machen. Wir wollen nicht nur hier sitzen und unsere Beratungsgespräche führen – wir wollen Strukturen verändern“.

Darum hat der Verein ein Projekt mit dem Uniklinikum Aachen ins Leben gerufen, welches dazu dienen soll, den Bedürfnissen von Gewaltopfern besser gerecht werden zu können. Dazu werden Patientinnen und Patienten im Uniklinikum befragt, aber auch Klientinnen der Beratungsstelle.

Außerdem wurde eine Beratungsstelle im Uniklinikum selber eingerichtet. Im Rahmen des Projekts werden auch Fortbildungen für das medizinische Personal vorbereitet. Mit diesem Projekt betritt „Frauen helfen Frauen“ Neuland, es soll im Idealfall als Vorbild für ähnliche Kooperationen in anderen Städten dienen. Dies alles kostet Geld.

Umso glücklicher ist die Beratungs- und Interventionsstelle „Frauen helfen Frauen“ über eine Spende der Sparkasse Aachen über 2.500 Euro.

„Die Situation hat sich in den Vergangenen Jahren stark verändert“, so Natalie Djurcovitc. „Oftmals sind es nicht einmal mehr die Ehemänner, die gewalttätig werden – in einem Drittel der Fälle schlagen Jugendliche zu, meistens der Sohn die Mutter. Gründe dafür sind Perspektivlosigkeit und fehlende oder falsche Vorbilder.“ 250 Fälle von häuslicher Gewalt wurden in 2012 alleine von der Polizei an die Beratungsstelle weitervermittelt. Davon nahmen 105 die Beratung in Anspruch.

Damit Frauen in solchen und anderen Notlagen weiterhin Hilfe, Begleitung und Beratung zur Verfügung stehen, sind Spenden an „Frauen helfen Frauen“ von großer Bedeutung. Kontaktaufnahme und Infos zur Spende: Frauen helfen Frauen e.V., Theaterstraße 42, 52062 Aachen, Tel. 902416.

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