Aachen - „Frauen helfen Frauen“: Begleitung in die Unabhängigkeit

„Frauen helfen Frauen“: Begleitung in die Unabhängigkeit

Von: egü
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Aachen. „Hell, frisch und groß“– Natalie Djurkovic ist rundum zufrieden mit den neuen Räumen des Vereins „Frauen helfen Frauen e.V.“ in der Theaterstraße. Seit dem 24. Oktober haben die Mitarbeiterin und ihre Kollegen nun mehr Platz, um Frauen aus der Städteregion zu helfen. Der Bedarf ist groß. Allein 2011 suchten 589 Frauen Hilfe und Rat bei dem Verein, Tendenz steigend.

Die Anlaufstelle bietet kostenlose psychosoziale Einzelberatung und Gruppenangebote für Frauen ab 14 Jahren. Die häufigsten Themen in der Beratung sind immer noch Trennung, Scheidung und häusliche Gewalt. Viele Frauen interessieren sich aber auch für Sozialberatung rund um Themenfelder wie Existenzsicherung und Schuldenabbau.

Die mehrsprachigen Mitarbeiter klären zudem Verständnisfragen und unterstützen die Klientinnen auch bei Behördengängen und rechtlichen Angelegenheiten. Für den starken Andrang gibt es nun im Gegensatz zu dem alten Vereinssitz ein weiteres Beratungszimmer. Laut Djurkovic sind die Klienten aber vor allem von dem Aufzug begeistert. Sie freut sich: „Keine Hochparterre mehr. Ältere und Frauen mit Rollstuhl können jetzt viel leichter zu uns kommen.“

Auch die Forschung unterstützen

Doch nicht nur auf den Umzug wird angestoßen: Der Verein feiert in diesem Jahr auch seinen 35. Geburtstag. Bei seiner Gründung war er die erste Frauenberatungsstelle in Nordrhein-Westfalen und machte in Aachen und Umgebung erstmals das Problem der Misshandlung an Frauen durch ihre (Ehe-)Partner öffentlich.

Die Mitarbeiterin Annette Pütz ist schon seit 1981 dabei und freut sich über die bisherige Entwicklung, aber auch über das Engagement außerhalb des Beratungszimmers. „So vertreten wir die Interessen der Frauen an runden Tischen in der Politik, zum Beispiel mit dem Innen- und Justizministerium.“ Im neuen Jahr will der Verein auch die Forschung unterstützen. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum ist eine Untersuchung zum Thema Gewalterfahrung bei Männern und Frauen geplant.

Parallel dazu heißt es, den Frauen weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Für Pütz geht es dabei nicht nur um einen einmaligen Termin: „Auf lange Sicht wollen wir gemeinsam mit den Frauen eine Zukunft aufbauen.“ Dazu müssten sie zu allererst unabhängiger und selbstständiger werden. „Wir begleiten sie auf diesem Weg“.

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