Franzstraße: Hat die Ausweich-Kita eine Zukunft?

Von: Stefan Herrmann
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Ausweichquartier für Kita-Gru
Ausweichquartier für Kita-Gruppen: In der Klaus-Hemmerle-Schule, die geschlossen wird, ist Platz vorhanden, um Kinder während des Umbaus städtischer Kindertagesstätten vorübergehend unterzubringen.

Aachen. Die 107 Kinder fühlen sich pudelwohl. Und auch die 22 Erzieherinnen und Erzieher können mit der Heimat auf Zeit in der Franzstraße sehr gut leben. Der Neu-, Aus- und Umbau von Kindertagesstätten in der Stadt läuft auf Hochtouren – zum Beispiel an der Pass- und Bergstraße.

Im Kinder- und Jugendausschuss kam daher nun die Idee auf, das Ausweichquartier in der teils extra dafür umgebauten auslaufenden Hauptschule an der Franzstraße erhalten zu können. Doch es gibt ein Problem: Parallel existieren bereits Planungen, das Gelände als Wohnquartier „Marschiertor“ zu entwickeln.

Trotzdem wollen die Ausschusspolitiker das Areal im Blick behalten. „Wenn dort Wohnungen gebaut werden, muss dort auch eine anständige Kita hin“, betonte Martin Künzer (SPD). Derzeit sind in der Klaus-Hemmerle-Schule sechs Kita-Gruppen untergebracht. Der Umbau der „Auslagerungsstätte“ – wie die Heimat auf Zeit für die Kinder im Verwaltungsdeutsch heißt – hat 570.000 Euro gekostet.

Die Stadt investiert kräftig

Kita-Plätze sind mitten in der City ebenso knapp wie Wohnraum. Einen Kampf mit harten Bandagen um die 1a-Lage wollen die Kinder- und Jugendpolitiker zwar verhindern, sie machten aber auch deutlich: Den Standort werde man im Blick behalten. Bis an der Franzstraße bis zu 200 Wohnungen entstehen, ist es noch etwas hin. Im Planungsausschuss sprach man im vergangenen September von einem Baubeginn frühestens im Jahr 2016 oder 2017.

In Sachen Kita-Ausbau investiert die Stadt kräftig. 20,5 Millionen Euro nimmt sie bis zum Jahr 2016 in die Hand, um neue Einrichtungen zu errichten, andere umzubauen oder zu erweitern. So möchte man besonders die Quote bei der U3-Betreuung von derzeit rund 35 auf 50 Prozent steigern. Dass es einen hohen Bedarf gibt, machte eine Befragung seitens der Verwaltung im Herbst deutlich. Diese ergab, dass im laufenden Kita-Jahr rund 120 Plätze fehlen.

Um die Mammutaufgabe zu bewältigen, sind Ausweich-Kitas wie aktuell an der Franzstraße wichtig. Denn alle Experten sind sich einig: Kinder mehr oder minder mitten in einer Baustelle zu betreuen, ist nicht möglich. An der Franzstraße ist nun für einige Jahre die Möglichkeit einer guten Kinderbetreuung entstanden. Ob dort auch im Rahmen eines neuen Wohngebiets Platz für eine Kita bleibt, stehe zwar noch in den Sternen, so Peter Tillmanns (CDU). „Wir bleiben diesbezüglich aber auf jeden Fall die mahnende Stimme.“

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