Franz Ebert: Er war ein Motor in Politik und Wirtschaft

Von: hpl
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Er zeigte Gesicht in Aachen: Franz Ebert. Foto: A. Herrmann

Aachen. Was von ihm auf den ersten Blick bleibt, ist sein stets so freundliches Wesen. Seine immer verbindliche und nie oberflächliche Art. So war der Mensch Franz Ebert. Was auf den zweiten Blick bleibt, ist seine Energie, mit der er viele Jahre das politische Terrain beackerte, und dann mit einer Mischung aus Diplomatie und Zielgerichtetheit parallel zum Weichensteller für die lokale und regionale Handelswelt wurde.

Das war der Profi Franz Ebert. Montag vor einer Woche ist er gestorben.

Franz Ebert, Vater zweier Söhne und einer Tochter, kam am 11. November 1940 in Würzburg zur Welt. 1960 machte er das Abitur, ging zur Bundeswehr. Sein Studium der Betriebswirtschaftslehre brachte ihn ins Rheinland. An der Universität Köln schaffte er sein Diplom als Kaufmann und schlug anschließend seine Zelte in Aachen auf. Von 1968 bis 1970 arbeitete er zunächst als Assistent der Geschäftsführung beim Aachener Bezirk des Einzelhandelsverbandes, wurde 1970 dann dessen Chef. 30 Jahre lang war er Ansprechpartner und Sachwalter für alle Geschäftsleute im Bezirk. Stets hatte er ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte, war aber auch ein Impulsgeber, wenn es galt, neue Strukturen zu schaffen.

Dafür gibt es in Aachen bis heute zwei nicht weg zu diskutierende Belege: Den MAC (Märkte und Aktionskreis City) und den Weihnachtsmarkt. „Wir müssen gemeinsam einen positiven Beitrag für das Image unserer Stadt leisten“, lautete Eberts Forderung bei der Gründung des MAC. Bis heute zu funktioniert das Modell der Partnerschaft zwischen Stadt und Gewerbetreibenden vor allem bei Großveranstaltungen, kaum ein großes Event, bei dem der MAC nicht beteiligt ist. Das ist Franz Eberts Erbe.

Eine Erfolgsgeschichte hat er aber auch in der Politik, bei seiner CDU geschrieben. Zehn Jahre lang saß er für die Aachener CDU als direkt gewähltes Mitglied bis 1985 im Düsseldorfer Landtag. 1979 wurde er in den Aachener Stadtrat gewählt, wo er fünf Jahre lang mitarbeitete. Aus Überzeugung übernahm er weitere Aufgaben: die als stellvertretender Landesvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung. 1981 wurde der Familienmensch Mitglied im Bundesvorstand der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung. In seinen Funktionen war Franz Ebert stets ein gern gesehener Berater bei städtischen Initiativen.

Als im Oktober 1998 die regionalen Einzelhandelsverbände Aachen und Düren fusionierten, sah er die Zeit für den Abschied gekommen – ohne aber seine Präsenz im Stadtbild aufzugeben. Nachfolger wurde Manfred Piana. Der äußerte gegenüber unserer Zeitung seine Betroffenheit über den plötzlichen Tod Eberts: „In Franz Ebert verliert der Einzelhandel in Aachen und in der Region eine Persönlichkeit, die bis zu ihrem Ausscheiden über drei Jahrzehnte wichtige Impulse und Akzente für den Einzelhandel gesetzt hat.“ Er sei Anfang der 70er Jahre einer der Gründungsväter der damaligen „Park- und Werbegemeinschaft“ gewesen, aus der letztlich der MAC entstanden sei. Bis zuletzt bummelte Franz Ebert gerne über den Weihnachtsmarkt, traf Menschen und suchte das Gespräch. Auch das wird man vom Menschen Franz Ebert mitnehmen.

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