Frankenburg startet in eine neue Epoche

Von: Matthias Hinrichs
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Stolze „Burgherren“: Ralph Hagensborg, Ingo Klusemann, Elisabeth Paul und Dr. Christoph Lenssen (v.l.) freuen sich auf die große Eröffnungsparty am kommenden Samstag. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Landesbauminister Michael Groschek, hört man, möchte sich dieses „Event“ unter keinen Umständen entgehen lassen. Kein Wunder. Denn der Verein „Frankenbu(e)rger“ hat sein wahrhaft fulminantes Großprojekt zur Sanierung der Frankenburg mit enormem Einsatz und auch ein wenig Fortüne so gut wie abgeschlossen.

Was seit dem Baubeginn anno 2013 im knapp 800 Jahre Gemäuer an der Goffartstraße geschafft und geschaffen wurde, dürfte seinesgleichen im Grenzland suchen. Davon kann – und sollte! – sich (nicht nur) der kunstinteressierte Aachener am kommenden Samstag allemal selbst überzeugen.

Der Herr Minister dürfte das umfangreiche Partyprogramm zum Startschuss für die neue Kultur- und Begegnungsstätte folglich mit einer Lobeshymne aufs viel zitierte bürgerschaftliche Engagement eröffnen. Ein wenig Eigenlob darf auch dabei sein. „Vor allem durch die großzügige Unterstützung des Landes und der Stadt sowie zahlreicher Sponsoren ist es uns gelungen, den Kosten- und auch den Zeitplan zur Schaffung dieses Bürgerzentrums einzuhalten“, erklärte der Vereinsvorsitzende Ingo Klusemann am Freitag stolz. Allerdings haben zahlreiche der inzwischen 450 Mitglieder zählenden Initiative über viele Monate hinweg auch ganz schön geschuftet, um die „Muskelhypothek“ zur Neugestaltung des historischen Kleinods zu stemmen, wissen auch Klusemanns Vorstandskollegen Elisabeth Paul und Dr. Christoph Lenssen.

Kiloweise alte Filzböden wurden entfernt, das schöne alte Parkett in vielen der insgesamt sieben Räume ist jetzt geschliffen und geölt. Unterm Dach ist ein bildschöner Saal für Aufführungen aller Art, aber auch Hochzeitsfeste und andere Feierlichkeiten entstanden. Zwei Treppenlifte wurden eingebaut, ein barrierefreier Zuweg wurde gepflastert. Zur Schaffung eines Notausgangs wurde eine große Stahltreppe am Hof installiert. Kurzum: Wenn auch die letzten Blütenträume reifen, sieht die alte Burg einer glänzenden Zukunft entgegen.

Noch klafft zwar ein vergleichsweise kleines Loch von rund 40.000 Euro im Etat des Vereins. „Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass das Bürgerprojekt innerhalb der nächsten drei, vier Jahre auch finanziell völlig unabhängig arbeiten kann, wenn die letzten Förderprogramme des Landes definitiv auslaufen“, betonte Lenssen.

Rund 1,7 Millionen hat der Verein bislang im Ganzen investieren können, 855.000 Euro steuerte das Land bei, 545.000 Euro kamen von der Stadt, 156.000 Euro von der NRW-Stiftung. 80.000 Euro konnten über Spenden akquiriert werden. So ist ein großer Seminarraum eingerichtet worden; neben dem Verein selbst residiert künftig die Bürgerstiftung Lebensraum mit einem Büro im mittelalterlichen Ambiente. Apropos Lebensraum: „Wir hoffen, dass wir bald auch standesamtliche Hochzeiten anbieten können“, berichtet Elisabeth Paul. So fehlt den „Franken- bu(e)rgern“ zu ihrem Glück am Ende nur dies: Ein Pächter für die geplante Gastronomie im Erdgeschoss nebst Außenanlage direkt am Park wurde noch nicht gefunden. Für die große Party am 30. August ist dennoch selbstverständlich für reichlich Kuchen, Kaffee und Kaltgetränke gesorgt...

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