Frankenburg: Kräftige Stimmen für ein großes Ziel

Von: Kristina Toussaint
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Stimmungsvolles Ambiente: Der Chor der Fachhochschule Aachen unter Leitung von Mirka Mörl auf der Burg Frankenberg. Wieder kommt der Erlös des Abends einem guten Zweck zugute. Foto: Andreas Steindl
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Stimmungsvolles Ambiente: Der Chor der Fachhochschule Aachen unter Leitung von Mirka Mörl auf der Burg Frankenberg. Wieder kommt der Erlös des Abends einem guten Zweck zugute. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Optisch verbreitet die Frankenburg nach Anbruch der Dunkelheit ohnehin schon weihnachtliche Atmosphäre über dem Frankenberger Viertel. An diesem Freitagabend kam nun auch die musikalische Einstimmung dazu.

Beim dritten Adventskonzert des Vereins Frankenb(u)erger durfte neben dem Hochschulchor der FH Aachen auch das Publikum im gut gefüllten Burghof die Stimme erheben. Gesungen wurde dabei wie im Vorjahr für einen guten Zweck: Der Erlös und alle gesammelten Spenden fließen in die von der Aachener Zeitung unterstütze Unicef-Aktion „Kinder auf der Flucht“.

Bericht aus Mossul

Das Konzept hatte sich bewährt: Im Vorjahr waren durch das Weihnachtskonzert des Hochschulchors über 2000 Euro für die Flüchtlingshilfe auf der griechischen Insel Kalymnos zusammen gekommen. So sollte auch in diesem Jahr „für ein großes Ziel“ gesungen werden, so Initiatorin und Chorleiterin Mirka Mörl. Mit den Spenden wird Kindern in Flüchtlingscamps im Nordirak geholfen.

AZ-Reporter Manfred Kutsch hat während seines zehntägigen Aufenthalts in der Gegend rund um Mossul unmittelbar miterlebt, wie traumatisiert Kinder von der täglich erlebten Gewalt und Infiltration des „Islamischen Staates“ sind und was die Willkür des syrischen Staatspräsidenten Assad in „diesem etwas anderen Dreiländereck zwischen Syrien, dem Irak und der Türkei“ anrichtet, so Kutsch am Freitagabend.

In den „child friendly areas“ von Unicef habe er aber auch sehen können, „was es für die Kinder bedeutet, für einige Stunden am Tag wieder Kind sein zu dürfen“ – und wie viel bereits kleine Spendenbeträge bewirken können: 300 Tütchen Mikronährstoffe zur Stärkung des Immunsystems kosten nur 8 Euro, 16 Euro finanzieren bereits 50 Dosen Masernimpfstoff und 60 Euro ermöglichen einem schwer mangelernährten Kind eine Therapie mit Erdnusspaste.

Genug Motivation also, um mit dem Kauf von Glühwein, Schmalzbroten oder Suppe etwas Gutes zu tun, und gemeinsam für den Frieden zu singen. Der FH-Chor stimmte zunächst eine bunte, zuversichtliche Mischung aus Mozarts „Piu non si trovano“, Broadway-Song aus „Cabaret“ und Popklassikern („Fields of Gold“, „Bohemian Rhapsody“) an. Hatten beim Gospel-Hit „Clap your hands and sing Halleluja“ tatsächlich bereits von Groß bis Klein alle mitgeklatscht, wurde dann auch mit vereinten Stimmen im Burghof gegen das Übel der Welt angesungen: „We shall overcome“ und Leonard Cohens „Hallelujah“ und schließlich „Stille Nacht“ und „O Tannenbaum“.

Der Eintritt zum Weihnachtskonzert war wie in den Vorjahren frei, dank erstmals beteiligter Sponsoren dürfte der eingenommene Betrag für die Unicef-Aktion im Vergleich zum Vorjahr vermutlich dennoch weiter steigen: der Öcher Glühwein-Treff lieferte den Glühwein, die Firma eventac das nötige technische Equipment und für das leibliche Wohl sorgten unter anderem die Fleischerei Lennartz und Bäcker Moss. Ein rundum stimmungsvoller Abend bei Feuerschein unterm Sternenhimmel über den Dächern des Frankenberger Viertels also – und das Ganze „für ein großes Ziel“.

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