Aachen - Frankenberger Viertel: Bewohnerparken startet Anfang Mai

Frankenberger Viertel: Bewohnerparken startet Anfang Mai

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Neue Schilder fürs Viertel: Die erweiterte Bewohnerparkzone Z und die neue Zone V werden derzeit ausgewiesen.

Aachen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das weiß wohl kaum jemand besser als Ordnungsamtschef Detlev Fröhlke. „Je häufiger wir vor Ort sind, desto ehrlicher werden die Menschen“, stellt Fröhlke mit spitzbübischem Augenzwinkern fest.

Besonders der gemeine Autoparker lässt es nämlich gerne einmal drauf ankommen, wenn er das Gefühl hat, dass eh nicht kontrolliert wird. Im Frankenberger Viertel sollte er ab dem 2. Mai maximal eine Woche lang auf die sanfte Seite der Stadt setzen. Denn so lange pappen die Mitarbeiter des Ordnungsamts lediglich „Höflichkeitszettel“ an die Windschutzscheiben all derer, die ohne Ticket oder Ausweis ihr Auto in der neuen Bewohnerparkzone V und in der erweiterten Zone Z abstellen. Danach droht das Knöllchen.

Wo genau gilt das neue Bewohnerparken ab dem 2. Mai?

Die beiden Bewohnerparkzonen Z und V umfassen das Gebiet zwischen Normaluhr sowie Kaiserplatz im Westen und Bahnhof Rothe Erde im Osten. Die nördliche Grenze läuft entlang des Adalbertsteinwegs, im Süden endet das Bewohnerparken entlang des Bahndamms (siehe Grafik). „Mit der komplett neuen Bewohnerparkzone V existieren in Aachen dann aktuell 19 entsprechende Zonen“, so Planungsdezernent Werner Wingenfeld, der am Montag gemeinsam mit Fröhlke und Uwe Müller, Leiter der Abteilung Verkehrsmanagement der Stadt, im Detail erläuterte, was die Neuerungen für Anwohner, Besucher und Beschäftigte des Frankenberger Viertels bedeuten. Fest steht: Mit der neuen sowie der erweiterten Zone kommen 2700 weitere Parkplätze zum Bewohnerparken in Aachen hinzu. Insgesamt zählt das bewirtschaftete Parken in den Bewohnergebieten dann 13 200 Plätze.

Wer erhält einen Bewohnerparkausweis?

Den Bewohnerparkausweis für 30 Euro pro Jahr kann jeder erwerben, der einen Hauptwohnsitz in einer der Zonen besitzt und dessen Wagen auf diese Adresse zugelassen ist. Den Ausweis kann man online beantragen unter www.aachen.de/bewohnerparken oder persönlich im Bürgerservice.

Warum wird im Frankenberger Viertel nun flächendeckend Bewohnerparken eingeführt?

Diskutiert wird darüber schon seit Jahrzehnten, mit dem jüngsten Anlauf 2011 setzen Politik und Verwaltung nun ein Konzept um, mit dem sie hoffen, die sehr vielfältigen Interessen des Quartiers so weit wie möglich unter einen Hut zu bekommen. Unbestritten ist: Der Parkdruck im beliebten Szeneviertel mit vielen Kneipen, Restaurants und Geschäften ist enorm. Auf 12 000 Bewohner kommen dort 5700 angemeldete Pkw, für die im öffentlichen Raum 2900 Parkplätze zur Verfügung stehen. Hinzu kommen nach Erhebung der Stadt etwa 1900 private Stellplätze nördlich und südlich der Oppenhoffallee. Zählungen der Stadt haben zudem ergeben: 95 Prozent der öffentlichen Parkplätze sind nahezu ständig besetzt. Dabei machen die von Bewohnern abgestellten Fahrzeuge maximal einen Anteil von 45 Prozent aus. Das heißt: Im Frankenberger Viertel parken bisher viele Auswärtige – zum einen die, die das Viertel selbst besuchen, zum anderen Pendler, die von dort den kurzen Weg zur Arbeit in die City antreten. Für Uwe Müller bedeutet das eine einfache Rechnung: „Viele Autos, wenig Raum.“ Und daher nun also Bewohnerparken.

Was sind Besonderheiten der neuen Zone V und der erweiterten Zone Z?

Nur in Parkzone V können Tagesbesucher künftig ein vergünstigtes Tagesticket an den Automaten ziehen. Dieses kostet acht Euro. Das neue Angebot ist ein Ergebnis langwieriger Diskussionen im Vorfeld, die es auch mit den Bürgern vor Ort gab. In anderen Parkzonen ist besagtes Tagesticket weiterhin nicht vorgesehen. Wer sein Auto kürzer abstellt, findet an den 73 neuen Automaten, die in den Gebieten aufgestellt werden, dann folgende Tarife vor: 25 Cent für die ersten 30 Minuten, dann 15 Cent je 10 Minuten bis 90 Minuten und darüber hinaus 20 Cent je 10 Minuten. Eine Besonderheit gibt es entlang der östlichen Seite der Wilhelmstraße, die zur Zone Z gehört: Dort betragen die Parkgebühren analog zu den Preisen in der Tarifzone I 30 Cent für die ersten 20 Minuten, dann 20 Cent je 10 Minuten bis 60 Minuten, dann 30 Cent je 10 Minuten bis 90 Minuten und darüber hinaus 50 Cent je 15 Minuten.

Wie wird das neue Bewohnerparken im Frankenberger Viertel kontrolliert?

Zwölf zusätzliche Stellen erhält das Ordnungsamt, damit in den neuen Gebieten eine ständige Kontrolle in zwei Schichten gewährleistet werden kann. Zu Beginn werden zunächst jedoch nur sechs neue Mitarbeiter eingestellt, bis Juli soll die Mannschaft dann komplett sein. Wer keinen Bewohnerparkausweis besitzt, muss also ab 2. Mai montags bis samstags von 9 bis 21 Uhr ein entsprechendes Ticket an den Automaten kaufen. Tut er das nicht, droht – nach besagter einwöchiger Schonfrist – ein Knöllchen.

Welche Möglichkeiten bieten sich Menschen noch, die im Frankenberger Viertel parken wollen?

Die Stadt informiert unter www.aachen.de/parken, wo Stellplätze (etwa am ehemaligen Moltkebahnhof und in der Tiefgarage Goerdelerstraße) angemietet werden können. Die von Aachener Studenten entwickelte App „SoNah“ soll zudem helfen, dass User schnell einen freien Parkplatz im Frankenberger Viertel finden bzw. selber der „SoNah“-Gemeinschaft angeben, dass sie gerade einen Parkplatz verlassen.

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