Fraktionsvorsitz: Findet die CDU den goldenen Mittelweg?

Von: Albrecht Peltzer
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Hereinspaziert! Fraktions-Vize Ralf Otten auf dem Weg zur „geschlossenen Gesellschaft“. Rechts „Krokodil“-Inhaber Arjan Beluli. Foto: Schmitter

Aachen. Die Sache ist hinlänglich bekannt: Wenn zwei sich streiten... So könnte es also darauf hinauslaufen, dass Harald Baal seinen Vorsitz der CDU-Ratsfraktion freiwillig abgibt und Maike Schlick auf eine Kandidatur verzichtet. Der oder die ominöse Dritte soll‘s dann richten.

Das jedenfalls ist aktuell die Strategie, nach der Parteivorsitzende Ulla Thönnissen Gespräch über Gespräch führt im Bemühen, den seit Tagen offen ausgetragenen Zwist innerhalb der CDU zu beenden. Eine „funktionierende Fraktion“ müsse wieder her, so Thönnissen. Der Mittelweg könnte sich auch in diesem Fall als der goldene herausstellen. Am Mittwoch jedenfalls versprühte Thönnissen demonstrativ Optimismus.

Harald Baal, den 16 von 28 Ratsmitgliedern abwählen wollen, setzt nicht auf Konfrontationskurs. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich einer gemeinsamen Lösung nicht verschließen werde“, so Baal gegenüber der AZ. Voraussetzung aber sei, dass der Abwahlantrag zurückgezogen werde. „Bleibt der Antrag, bleibt auch Harald Baal“, so der in die Kritik geratene Vorsitzende. Dann läuft doch alles auf eine Kampfabstimmung in der zweiten Aprilwoche hinaus. Baal gegen Schlick, derzeit mit besseren Karten für die Herausforderin.

Am Mittwoch im „Krokodil“ am Bendplatz sollte auch das Thema des Treffens der beiden Lager sein. Doch der Umsatz von Arjan Beluli dürfte sich an diesem frühen Mittwochabend in sehr überschaubaren Grenzen gehalten haben. Der Inhaber des „Pizza Points“ konnte alle Gäste innerhalb kurzer Zeit per Handschlag begrüßen: Ein gutes Dutzend Christdemokraten hatte sich zur „geschlossenen Gesellschaft“ eingefunden, wie ein Schild am Eingang anderen potenziellen Pizzahungrigen mitteilte. Der groß angelegte Gedankenaustausch zwischen den Lagern um Fraktionsvorsitzenden Baal auf der einen und dem Duo Schlick und Ralf Otten auf der anderen Seite fiel eher klein aus. Die Baal-Gegner waren da in der klaren Mehrheit. Mit Hubert Bruynswyck und Ahmethicri Agirman waren nur zwei der zwölf Ratsvertreter erschienen, die den Abwahlantrag gegen Baal nicht unterschrieben hatten. Baal erschien – wie angekündigt – gar nicht, ebenso wenig Parteivorsitzende Thönnissen. Immerhin: Ehrenvorsitzender Kurt Malangré hatte – nach längerer Parkplatzsuche – den Weg ins „Krokodil“ gefunden. Fotografieren lassen wollte er sich im Saale nicht. Geschlossene Gesellschaft eben.

Für Gesprächsstoff sorgte in der Runde ein offener Brief von FDP-Ratsfrau Ruth Crumbach-Trommler an alle 28 christdemokratischen Kollegen. „Ungewöhnlich, aber sehr lesenswert“ bewertete ein Ratsherr das Schreiben. Dass es eine Art Koalitionsangebot sei, sei allerdings „überinterpretiert“...

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