Aachen - Fotos aus der Welt der Erkenntnis

Fotos aus der Welt der Erkenntnis

Von: Esra Güner
Letzte Aktualisierung:
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Macht mal anders: Die Künstlerin Brigitte Erm zeigt mit Digitaldruck-Portraits, was Macht in unserer Zeit bedeuten sollte. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Karlsjahr hat so manchen Künstler zu neuen Arbeiten inspiriert. Eine Aktion hat bereits riesige Dimensionen angenommen. „Werde was Du bist“, heißt die Fotoserie von Brigitte Erm, die mittlerweile bereits über 70 große Portraits als Digitaldruck umfasst. Dafür hat Erm Jung und Alt vor gleichem Hintergrund liegend und mit geschlossenen Augen fotografiert.

Hinter dem Imperativ im Titel ihrer Fotoserie steckt ein Anliegen, das Erm mit Nachdruck verfolgt. „Seit 1200 Jahren ist Karl der Große tot“, sagt die Künstlerin und fügt hinzu, „es wird Zeit, dass Macht nicht mehr gleichbedeutend mit Kraft, Gewalt und Unterdrückung ist“. Stattdessen soll der Mensch in sich gehen und die Macht der Erkenntnis und Entfaltung erfahren.

Für Erm sind die fotografierten Menschen deshalb ganz einzigartig und bedeutend. Die einzelnen Überschriften auf den Fotografien erinnern daran: „Hans Magnus, Melanie Magna, Albert Magnus“ – sie alle erhalten den berühmten Namenszusatz des „Carolus Magnus“. Auch das Baby Annika wird so auf einmal ganz groß. Als Einzige schaut sie mit ihren strahlend blauen Augen in die Kamera.

„Das hat sich spontan ergeben“, sagt Brigitte Erm lächelnd über den Moment, „aber im Nachhinein noch mehr Sinn gemacht“. Als Baby habe Annika schließlich noch den „offenen Blick auf das Leben“. Einige ihrer Modelle stammen aus dem Bekannten- und Freundeskreis, andere hat sie bei Veranstaltungen kennengelernt, auf denen sie ihre bisherigen Portraits präsentierte. Impulsen zu folgen ist Erm, die neben der Fotografie auch designt und mit Tusche zeichnet, besonders wichtig.

Ein Ende der Portraits ist noch nicht in Sicht. Auch wenn das Karlsjahr bald zu Ende ist, will Erm weitermachen. Das Feedback liefert den nötigen Ansporn: „Viele waren ganz angetan und berührt“, sagt sie begeistert. Manche hätten mit den geschlossenen Augen aber auch den Tod assoziiert. „Doch auch das gehört zum Leben“, stellt die Künstlerin fest.

Jüngst hat sie ein überdimensionales Buch mit den Fotografien veröffentlicht, durch das man in ihrem Büro in Ruhe blättern kann. Interessierte sind eingeladen, sich im Dezember ein eigenes Bild von der Fotoserie „Werde was Du bist“ zu machen: Erm lädt am 12. Dezember ab 16 Uhr in ihr Büro ein. Weitere Termine können vereinbart werden.

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