Fotografien von Walter Vogel im Suermondt-Ludwig-Museum

Von: Marie Eckert
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Beeindruckende Szenen: Die Fotos von Walter Vogel sind bis zum 20. November im Suermondt-Ludwig-Museum zu sehen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit 31 Jahren hat der Maschinenbau-Ingenieur Walter Vogel seinen Job geschmissen. An der Folkwangschule in Essen studierte er stattdessen Fotografie, ging anschließend auf Reisen und arbeitete auch als Bildjournalist.

Der heute 84-Jährige besuchte Europa, Asien und Afrika, immer auf der Suche nach einem neuen Motiv.

34 seiner Fotos sind ab sofort im Suermondt-Ludwig-Museum beheimatet. Vogel hat sie dem Museum geschenkt, bis zum 20. November sind sie zu sehen. Die Bilder sind zwischen 1954 und 2004 entstanden, alle an ganz unterschiedlichen Orten. In den 1950er Jahren fotografierte er die Rückkehr ins alltägliche Leben nach dem Krieg, später war unter anderem das Ruhrgebiet ein Thema. Bei seinen Fotos aus Afrika und Asien interessierten ihn andere Kulturen mit allen Umbrüchen und Veränderungen, in Europa suchte er nach vom Aussterben bedrohten Orten. Das Wichtigste bei seinen Arbeiten: Der Mensch stand immer im Mittelpunkt seines Schaffens, ob als Porträt oder inmitten einer Tätigkeit.

Bei der Ausstellungseröffnung am Mittwochabend wurde es voll im Kupferstichkabinett des Museums, zahlreiche Gäste und Kunstliebhaber waren gekommen, auch Walter Vogel selbst war da. „Es ist eine große Ehre für jeden Fotografen, ausgestellt zu sein“, sagte er und freute sich über eine „so tolle Ausstellung“. „Er hat sich den Menschen immer mit Feingefühl und Respekt genähert“, betonte Kuratorin Sylvia Böhmer. Bezeichnend sei die ungeheure Brillanz seiner Bilder.

Vogel erstellte seine Bilder als Handabzüge; so auch die ausgestellten Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Seine Fotos sind gezeichnet von einem Alltagsrealismus, der manchmal auch einen humorvollen Blick auf die Situationen erlaubt. Es sind genau diese alltäglichen Situationen, die eingefangen auf einem Bild eindrucksvoll wirken. Da ist zum Beispiel die „Hafenbar in Genua“, in der einige junge Männer in einer kleinen, engen Bar stehen. Oder die „Städtische Wäscherei“ in Bombay: Im Fokus sind zwei Männer, die in großen Holzgefäßen Wäsche waschen. Aus Westafrika ein Foto einer Frau aus der Draufsicht, die ein kleines Kind auf dem Schoß liegen hat, das Baby blickt zur Frau auf, direkt in ihr Gesicht. Beeindruckend ist auch die Zirkus-Fotografie mit dem schlichten Titel „Löwendressur“. Der Dompteur ist von hinten zu sehen, sein Arm ist ausgestreckt in die Luft gehoben, in seiner Hand hält er ein Seil. Ihm gegenüber steht ein Löwe mit wildem Gesichtsausruck und halb geöffnetem Maul.

„Schauplätze des Lebens“ heißt die Ausstellung treffend. Besucht werden kann sie Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, Mittwoch von 12 bis 20 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro.

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