Fotoausstellung: Menschenbilder im Spiegel der Ethik

Von: David Grzeschik
Letzte Aktualisierung:
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Sie zeigt mit ihren Fotografien die Köpfe von Personen, die mit geschlossenen Augen auf einem Kissen liegen: Künstlerin Brigitte Erm stellt in der Citykirche aus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Interpretationsmöglichkeiten, die sich einem bei der Kunst bieten, scheinen nahezu unbegrenzt. Dies hat Brigitte Erm erst kürzlich erfahren – in Zusammenhang mit ihrer eigenen Ausstellung. Dass diese wie gemacht ist für den Advent, bemerkte sie erst im Nachhinein.

 „Im Zentrum des Chorraumes haben wir am Ende des Bilderpfads die kleine Annika“, erklärte die Künstlerin bei der Vernissage. Im Zusammenhang der Ausstellung könne Annika als eine Art weibliches Jesuskind gesehen werden, so Erm weiter.

Einen bewusst christlichen Schwerpunkt hat die neue Ausstellung in der Citykirche, die den Titel „Werde, was Du bist“ trägt, allerdings nicht. Die Bilder und Gedankenzitate, auf die man beim Rundgang stößt, stammen von Menschen aus verschiedenen Kulturen. Und so richtet sich „Werde, was Du bist“, wenig überraschend, an ein breites Publikum.

Insgesamt rund 150 Personen hat Brigitte Erm für ihre Ausstellung abgelichtet. Sie zeigen Köpfe von Personen, die mit geschlossenen Augen auf einem Kissen liegen. Die Bilder der Köpfe befinden sich links und rechts im Hochchor der Kirche an der Großkölnstraße. Im eigentlichen Sinne ausgestellt sind 24 Werke. Der Großteil der Fotografien läuft dagegen auf einem Bildschirm im hinteren Kirchenschiff durch. Dabei ist jedes der ausgestellten Bilder mit einem Schriftzug versehen. Er beinhaltet den Vornamen der jeweils abgelichteten Person und ein zusätzliches „magnus“ – lateinisch für groß, mächtig. Erm hat sich bewusst für dieses Format entschieden. Inspiriert hätten sie hauptsächlich die Neurowissenschaften.

Erm ist davon überzeugt, dass viele Menschen intellektuell nicht ihr volles Potenzial ausschöpften. So sei beispielsweise die technische Entwicklung deutlich vor der ethischen. Kurzum: Erm möchte ihr Publikum mit der Bilderserie vor allem zum Nachdenken anregen. Eröffnet wurde die Vernissage von dem katholischen Pastoralreferenten der Citykirche, Dieter Spoo. Für Musik sorgten Christine Hillemacher und Katharina Pirotek.

Lobende Worte fand dabei nicht zuletzt Bürgermeisterin Hilde Scheidt. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen das Bedürfnis nach Entschleunigung verspürten, habe die Ausstellung ihre Daseinsberechtigung. Dabei ist Scheidt selbst Teil der Ausstellung und hat sich von der Künstlerin ablichten lassen. Für sie war es ein ungewohntes Gefühl, sich mit geschlossenen Augen fotografieren zu lassen. „Aus Sicht der Betrachter ist es aber eine seltene Gelegenheit, die Personen in einer solchen Situation sehen zu können“, lobte Scheidt die besondere Ausstellung.

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