Fotoarchiv: Auch Eilendorf erscheint in anderem Licht

Von: Hans-Peter Leisten
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Fotografiert, digitalisiert, archiviert: Monika Corsten legt den Schwerpunkt ihrer Fotos auf Eilendorf, interessiert sich aber für die gesamte Region. Foto: Andreas Schmitter

Eilendorf. Bei Monika Corsten und ihrem Hobby darf man von wahrer Leidenschaft sprechen. Von einem Paradebeispiel dafür, wie aus einem kleinen Fingerzeig eine große Idee werden kann. Dieser Fingerzeig erfolgte tatsächlich mit dem Zeigefinger auf dem Auslöser ihrer Kamera, und heute ist das Fotografieren für die Eilendorferin wesentlicher Bestandteil ihres Lebens.

Genau wie der Stadtteil Eilendorf, den die dreifache Mutter seit 13 Jahren ihr Zuhause nennt. „Es fasziniert mich sehr, dass man aus scheinbar unauffälligen Motiven ein wunderbares Bild zaubern kann. Seit Ende 2014 beschäftige ich mich mit der Geschichte Eilendorfs und bin auf der Suche nach alten Fotografien aus Aachen“, schreibt sie auf ihrer Homepage, mit der sie ihrem Hobby jetzt eine neue Dimension gegeben hat.

Monika Corsten hatte eigentlich immer ein Faible für das Festhalten von Momenten für die Nachwelt. Es war der Geburtstag des Schwiegervaters, der den Anstoß zu mehr gab: „Meine Schwiegereltern hatten früher ein Lebensmittelgeschäft im Zentrum von Eilendorf betrieben. Und anlässlich seines Geburtstages wollte ich meinem Schwiegervater eine Gegenüberstellung der früheren mit der heutigen Situation kredenzen“, beschreibt Monika Corsten, wie der Gedanke zur historischen Fotografie in Kombination mit aktuellen Aufnahmen aufkam. Am Rande: Nach sehr langer Suche hat sie nun tatsächlich ein Bild aus alten Zeiten „Rewe Lebensmittel Corsten“ bekommen.

Der Funke war übergesprungen. Seit zwei Jahren ist die Neu-Eilendorferin nun dabei, eine eigene Plattform für Bilder aufzubauen. Nachdem sie zunächst in Facebook startete, hat sie nun ihre Website „Bilderzoom Aachen“ ins Leben gerufen. Diese Seite ist natürlich eine prozesshafte Geschichte, die sowohl in der Breite, sprich der Masse an Fotos, als auch in der Tiefe ergänzt wird.

Ein sehr plakatives Beispiel ist die große Überschwemmung in Eilendorf im Jahr 1961. Zu den imposanten Bildern, an denen Monika Corsten alle Rechte erworben hat, stellt sie auch eigene Texte. Am 6. Juni 1961 gab es in Eilendorf, das damals noch selbstständige Landgemeinde war, ein kurzes, aber heftiges Unwetter.

Dabei kam ein Zwölfjähriger ums Leben. Vor einiger Zeit bekam Monika Corsten eine Nachricht von der Nichte des damals verunglückten Jungen: „Sie berichtete zuvor ihrem Vater von dieser Bildergalerie der Überschwemmung, dieser suchte bereits über 50 Jahre nach Bildern und Erinnerungen an diesen schicksalsreichen Tag.“ Ein Treffen wurde vereinbart, eine Reise in die Vergangenheit begann.

Bunter Bilderbogen

„Mit gemischten Gefühlen fuhr ich zu dem Termin. Ich wollte kein verborgenes Leid ausgraben, und doch war ich sehr an der Geschichte interessiert“, beschreibt sie ihre Gefühlswelt. Das Treffen hat sich gelohnt. Entstanden ist eine authentische Geschichte – ein außergewöhnliches Stück Eilendorfer und Aachener Heimatgeschichte. Nur ein Beispiel.

Monika Corsten bietet im wahren Wortsinn einen kunterbunten Bilderbogen mit vielen Schwerpunkten. Einer davon ist natürlich Eilendorf in seiner Geschichte. Weitere sind der CHIO, Naturimpressionen, lokale, regionale, aber auch überregionale Ereignisse. Und ein Aspekt sind die Gegenüberstellungen von alten Ansichten in ihrem heutigen Erscheinungsbild.

Dieser Aspekt markiert eine ganz entscheidende Zielsetzung der Arbeit Monika Corstens: „Ich sehe meine Arbeit auch als ein wichtiges Stück Werterhaltung an.“ Darüber hinaus möchte sie das „Hier und Heute“ erhalten und fotografiert viele Orte und Gelegenheiten aus der jetzigen Zeit.

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