Aachen - Formel-1-WM wartet auf Einhard-Schüler

Formel-1-WM wartet auf Einhard-Schüler

Von: Sebastian Dreher
Letzte Aktualisierung:
formel1bild
So sehen Formel-1-Gewinner aus: Gleich drei Pokale haben die Einhard-Schüler bei der Deutschen Meisterschaft für Mini-Boliden abgeräumt. Als Lohn winkt jetzt zudem die Teilnahme am internationalen Wettbewerb in Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit gleich drei Pokalen sind die Schülerinnen und Schüler des Einhard-Gymnasiums von der Deutschen Meisterschaft der „Formel 1 in der Schule” in München heimgekehrt. Der erste für „Aixtrem Racing” als neuer Deutscher Meister, der zweite für das „Harrier Racing Team” als Sieger im Knockout-Rennen (im Gesamtklassement dritter Platz) und der dritte für die „Öcher Flitzer” als Deutscher Meister bei den Junioren (U 15).

Zur Erklärung: Bei der „Formel 1 in der Schule” fahren keine echten Boliden, sondern Miniaturflitzer, die mit Gaskartuschen angetrieben werden. Diese werden im Vorfeld am Bildschirm entworfen, durch einen virtuellen Windkanal gejagt und dann von CNC-Fräsen ausgesägt. Zusätzlich müssen sich die Schüler um Sponsorengelder und eine erstklassige Darstellung kümmern.

„Die Schüler haben ein unglaubliches Engagement gezeigt, und das alles neben der Schule”, sagt Hermann Tilke, Aachener Schirmherr der Veranstaltung. Tilke ist als Architekt und Planer zahlreicher Formel-1-Strecken in der Szene kein Unbekannter. Auch den Marina Bay Street Circuit in Singapur hat er entwickelt - dort wird das Team „Aixtrem Racing” vom 22. bis zum 24. September im Vorfeld des Formel-1-Nachtrennens gegen die 33 besten Teams der ganzen Welt antreten.

„Wir haben total unterschätzt, wie viel Arbeit auf uns zukommt”, sagt Teammanager Leonard Tusch. „Da mussten einige Nächte durchgearbeitet werden.” Die Fachjury verlangt von jedem Team ein 20-seitiges Portfolio und einen Businessplan mit allen technischen und finanziellen Details. Dazu kommen die handwerklichen Anforderungen wie das Basteln des Autos und das Aussägen des Präsentationsstandes.

Auch hier war der Lerneffekt immens. „Wir wissen jetzt, dass Plexiglas beim Sägen schmilzt und das Sägeblatt verklebt”, sagt Tusch und lächelt seinen Teamkollegen zu.

Wie viel Eigeninitiative in dem Projekt der Elftklässler steckt, fällt bei genauer Betrachtung des gelb-schwarz lackierten Mini-Rennwagens auf: Die Radnaben sind wie kleine Windräder konstruiert. „Uns ist bei Highspeed-Aufnahmen, die wir in der RWTH machen durften, aufgefallen, dass die Räder mit Verzögerung auf Touren kommen. Die kleinen Schaufeln werden durch den Fahrtwind frühzeitig angetrieben”, erklärt Clemens Cremer, Ressourcenmanager bei „Aixtrem Racing”.

Genügend Motivation haben die Schüler freilich durchaus auch noch bei wohl noch wichtigeren Dingen. „Trotz des großen außerschulischen Einsatzes ist keiner der Schüler versetzungsgefährdet”, verkündet Schulleiter Dieter Spillner. „Natürlich ist auch kein Geld aus dem Schuletat in den Wettbewerb geflossen. Jedes Team musste sich selbst um die Finanzierung kümmern und Sponsoren finden.”

Für die Fahrt zur Weltmeisterschaft in Singapur müssen allerdings noch einige Euros aufgebracht werden - eine einmalige Chance für Unternehmen, noch in das Erfolgsprojekt einzusteigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert