Aachen - „Forelle Stanley“: Retter ist ein reisender Fußfetischist

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„Forelle Stanley“: Retter ist ein reisender Fußfetischist

Von: Valerie Barsig
Letzte Aktualisierung:
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Zwei ungleiche Schwestern: Grace (Jutta Steinbusch, rechts) und Sugar (Marion König) in „Forelle Stanley“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Zunächst mutet die Geschichte an wie ein Teeniefilm: Zwei Schwestern, eine mitten im Leben, die andere vergessen von der Welt und von ihrem Prinzen abserviert auf dem Abschlussball, allein und deprimiert zu Hause. Und dann tritt ein Mann in ihr Leben, der sich in das hässliche Entlein verliebt (natürlich unsterblich).

Was voller Klischees daherkommt, ist aber mehr: Nicht nur Liebesgeschichte, sondern auch Krimi, nicht Oberflächlichkeit, sondern die Frage nach der Essenz im Leben: Freiheit, Liebe und Zwischenmenschlichkeit, die Suche nach Geborgenheit.

Mit „Forelle Stanley“ wagt sich das „Theater Bohème“ an ein Stück, in das sich der Zuschauer erstmal hineinfinden muss. „Muss man Amerikaner sein, um das zu verstehen?“ fragte sich so mancher im Publikum. Schauplatz ist in irgendeinem kanadischen Kaff.

Die Zwillingsschwestern Grace (Jutta Steinbusch) und Sugar (Marion König) feiern ihren 30. Geburtstag. Grace, Pin-up-Girl der städtischen Plakatwand arbeitet auf der Müllkippe, Sugar macht die „Ehefrau“ und hütet das Haus – und das seit zehn Jahren, seit die Eltern der beiden gestorben sind. Am Geburtstagsmorgen, nachdem Grace das Haus verlassen hat, beschließt Sugar sich aufzuhängen.

Nebenbei einen Mord aufklären

Gerettet wird sie von Forelle Stanley (Stephan Wurfbaum, der auch Regie geführt hat). Er ist ebenfalls Waise, Fußfetischist, Wahrheitsverpflichteter und auf dem Weg in den Norden. Wird Sugar mit ihm gehen, oder schafft es Grace die beiden aufzuhalten? Nebenbei gilt es einen Mord an einer Stripperin aufzuklären, von dem im Fernsehen berichtet wird.

Das Stück von Claudia Dey punktet mit schrägem Humor und dem Slang des Wortkargen und des Wortes, Galgenhumor und schnellen Dialogen. Wer im Theater 99 mit auf Mördersuche und nach der Welt da draußen gehen möchte, kann das ab sofort für 12 Euro (10 Euro ermäßigt). Die nächste Vorstellung ist am 1. Februar.

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