Förderverein Kinderseele bietet Therapien gegen unsichtbare Leiden

Von: Tim Habicht
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Sorgen für gute Laune über den Förderverein Kinderseele: von links Christina Supe (Kinderkrankenpflegeschülerin), Frank Ertel (Förderverein Kinderseele e.V.), Inge Blume (Projektleiterin Ferienmusikprojekt) und Georg Kempe (Leiter Ergotherapie). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Im Innenhof der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters in der Nähe des Klinikums herrscht reges Treiben. Viele Kinder, ihre Eltern und Angestellte der Klinik füllen den Innenhof mit viel Leben.

Es wird musiziert, Dosenwerfen gespielt und selbst gemachte Marmelade verkauft. Das Fest der Klinik kommt Jahr für Jahr richtig gut an. Aber nicht nur das Fest. Auch die vom Förderverein Kinderseele unterstützten Projekte im Laufe der Sommerferien.

„Seit 2009 unterstützt der Verein die Förderung von seelisch kranken Kindern und Jugendlichen in Aachen. Wir wollen ihre Lebensqualität verbessern, aufklären und der Stigmatisierung entgegenwirken“, beschreibt Georg Kempe, Leiter Ergotherapie in der Klinik am Neuenhofer Weg. Kempe half bei einem der beiden großen Ferien-Projekte tatkräftig mit.

Und zwar ging er mit 20 Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 18 Jahren aus der Klinik sowie aus dem Kinderheim Sankt Josef in Eschweiler töpfern. „Das wurde super angenommen. Im Therapiebetrieb sowie im Kinderheim ist das ganze Leben sehr geregelt. Da ist es für die Kinder und Jugendlichen wichtig, etwas eigenes, etwas individuelles herzustellen und auch zu besitzen – und zu zeigen: Das habe ich gemacht und das gehört mir“, beschreibt Kempe. Also wurden Müslischalen oder Schmuckkästchen an der Töpferscheibe handgefertigt.

Handgemacht ist auch die Musik, die auf dem Sommerfest gespielt wurde. In zwei Gruppen mit jeweils sieben zwölf bis 16-Jährigen wurde während der Ferien musiziert. „Eigentlich wollten wir eine Trommelgruppe starten. Doch als die Kinder und Jugendlichen dann die Instrumente gesehen haben, war schnell klar, dass sie lieber Bass und Gitarre spielen wollen“, sagt Inge Blume, die Leiterin des Projektes, lachend. Auch ihr Projekt kam äußerst gut an bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Der Hintergrund dieser Projekte ist, dass die Zeit während der Ferien besonders schwer für die Kinder und Jugendlichen sei. „Denn trotz der Ferien sind alle vor Ort in der Klinik. Eigentlich sollten sie Freizeit haben, aber der Therapiebetrieb geht natürlich weiter, damit die Kinder und Jugendlichen schnellstmöglich wieder gesund werden. Deswegen wollen wir ihnen diese Zeit verschönern und Spaß, Action und Abwechslung außerhalb des Therapiebetriebs anbieten“, so Kempe.

Dem pflichtet Frank Ertel, Präsident des Fördervereins Kinderseele, bei: „Gesund wird man nicht nur durch die Sitzungen in der Klinik oder viel reden, sondern eben auch durch das Ausleben der eigenen Kreativität und andere therapeutische Projekte, die wir unterstützen und fördern. Neue Erfahrungen zu sammeln, sind für die Kinder und Jugendlichen besonders wichtig.“

Weitere Hinweise im Netz unter:

www.kinderseele-aachen.de

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