Förderverein Integration durch Sport: Fußball kann auch Bildung sein

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
11174255.jpg
Volltreffer: Der Förderverein Integration durch Sport hatte die Mädchen zum Turnier gelandet. Renate Czennia vom VfR Forst und Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt begrüßten die Mädels. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Wenn es eine Sportart gibt, die die Welt verbindet, dann ist es wohl Fußball. Eigentlich braucht man nur einen runden Gegenstand, der sich kicken lässt und irgendetwas zur Tormarkierung. Die Regeln dürften ebenso rund um den Globus bekannt sein – und im Grunde sind sie auch immer gleich.

Das verbindende Element des Fußballs hat der Aachener Förderverein Integration durch Sport aufgegriffen, um damit Mädchen aus Brennpunktgrundschulen im Rahmen des Projektes „Mädchen mittendrin“ zu fördern. Sechs Grundschulen nehmen an dem Projekt teil: Die KGS Barbarastraße, die KGS Düppelstraße, die KGS Passstraße, GGS Driescher Hof, KGS Mataréstraße und die KGS Bildchen. In einem Turnier traten die jeweiligen Teams jetzt gegeneinander auf dem Sportplatz des VfR Forst an.

Mädchen, die zum Teil aus schwierigen sozialen Umfeldern stammen, sind die Spielerinnen. Viele von ihnen besitzen einen Migrationshintergrund, manchen wäre es abseits des Projektes schon wegen des Wohnorts nicht möglich, überhaupt Mitglied in einem Sportverein zu sein. „Der Fußball bringt Selbstvertrauen“, erzählt Uschi Brammertz, Geschäftsführerin des Vereins. Dieses Selbstvertrauen wirkt über den Sport hinaus: „Diese Stärke und dieses Selbstbewusstsein, das die Mädchen im Sport bekommen, tragen sie auch in den Unterricht.“

Die Arbeit des Vereins endet nicht mit der Grundschule. Wenn die Mädchen auf die weiterführende Schule gehen, bietet der Verein die Möglichkeit an, dass sich die Mädchen zu Fußballassistentinnen ausbilden lassen, möglich ist auch der Erwerb einer Trainerlizenz. Bei einem Mädchen, so erzählt Brammertz, habe der Sport maßgeblich dazu beigetragen, dass sie ihren Schulabschluss gemacht habe.

Sport ist Bildung, so Brammertz weiter. „Soziale Kompetenzen, Teamarbeit und Regeln“, nennt sie als Komponenten. Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt findet passende Worte für das Projekt: „Das ist gelebte Integration.“ Letzten Endes geht es nicht nur um die Kinder, sondern auch darum, dass Eltern ins Gespräch kommen, mancher erkennt, dass das Fußballspiel der Tochter Spaß macht. „Mancher Vater, der vorher nicht viel von Fußball gehalten hat, steht jetzt am Spielfeld und feuert seine Tochter an“, sagt Brammertz, während sie das Spielfeld beobachtet.

Fritz Kuckartz, Vereinsmitglied, betont die Nachhaltigkeit, die der Sport mit sich bringt, sowohl in integrativer Hinsicht, als auch mit Blick auf das Vereinsleben. So manch eine Spielerin hat sich über die Fußball-Schul-AGs schon dauerhaft an einen Verein gebunden. Ein ganz großer Dank ging außerdem an den VfR Forst, denn ohne dessen Unterstützung, das Bereitstellen des Platzes und der Schiedsrichter sowie die Vorbereitung des gemeinsamen Abendessens wäre das Turnier nicht möglich gewesen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert