Aachen - Förderverein für Schulen in Kenia sucht Praktikanten

Förderverein für Schulen in Kenia sucht Praktikanten

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Wunderbare Erfahrungen für die Praktikanten und die Kinder von Mtwapa: Spielend lernen soll auch in dem kenianischen Ort angesagt sein. Der Förderverein sucht jetzt weitere junge Helfer.

Aachen. Vera Keuler ist nicht der Typ Mensch, der da steht und sich über die Missstände in der Welt beklagt. Sie ist vielmehr eine, die anpackt, die handelt und sich nicht scheut, die ganz großen Herausforderungen anzunehmen. 2005 hat sie den gemeinnützigen „Förderverein für Schulen in Mtwapa/Kenia“ gegründet, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, Schulen in dem Küstenort gut 20 Kilometer nördlich von Mombasa zu unterstützen.

Gesagt, getan: Dort ist mittlerweile eine Medienstation gebaut worden, die Schulmaterialien aller Art besitzt. Schüler haben in diesen Räumlichkeiten die Möglichkeit, Sachen nachzuarbeiten, Neues zu entdecken, oder einfach in Ruhe ihre Hausaufgaben zu machen. Zudem gibt es Bücher, die die Medienstation gleichzeitig auch zu einer Bibliothek machen.

Keuler fliegt selbst regelmäßig nach Mtwapa, um hautnah zu erleben, wie das Leben der Menschen dort ist, und vor allem, wo und wie man helfen kann: „Für uns ist es unvorstellbar, unter welchen Bedingungen die Menschen ihren Alltag bewältigen müssen. In der Medienstation arbeiten momentan drei Frauen, doch wenn im August die Schulferien beginnen und um die 60 Kinder und Jugendlichen täglich ihre Freizeit dort verbringen, brauchen wir dringend mehr Leute.“

Deshalb sucht sie Praktikanten, die Lust haben, sich für einen Monat auf das Abenteuer Mtwapa einzulassen. „Für die Praktikanten ist das eine wunderbare Erfahrung. Sie bekommen einen ganz neuen Einblick in eine andere Kultur und eine völlig andere Lebensweise. Natürlich gibt es auch eine Menge Herausforderungen, die sie meistern müssen“, sagt Keuler.

Und was genau sie mit Herausforderungen meint, wird deutlich, als sie aus dem Karton mit den vielen Fotos einige herausholt. Kinder sitzen auf der Erde und malen Bilder, andere wiederum bekommen erklärt, wie man sich richtig die Zähne putzt, und auf dem nächsten Foto sitzen zwei Männer in Uniform in der Bibliothek, die aufpassen, dass auch nichts geklaut wird. „Das ist völlig normal“, erzählt Keuler. „Die Kinder benutzen teilweise zu zehnt eine Zahnbürste und haben in ihrem Leben noch gar nicht erfahren, was richtiges Spielen bedeutet. Mit dem Leben, das wir hier kennen, hat das gar nichts zu tun.“

Umso größer ist die Freude der Kinder, wenn sich jemand mit ihnen beschäftigt, mit ihnen spielt oder bei den Hausaufgaben hilft. Denn die Zustände in den staatlichen Schulen sind oftmals chaotisch. 100 Schüler sitzen, so Keuler, gemeinsam in einer Klasse, und ein konzentriertes Lernen ist kaum möglich. Hinzu kommt, dass in den Schulen selbst die elementarsten Lernutensilien fehlen.

Die wenigen Familien, die etwas Geld haben, schicken ihre Kinder auf Privatschulen, aber das sind die Ausnahmen. In Mtwapa gibt es noch eine Menge zu tun, aber für Vera Keuler ist das kein Grund, den Mut zu verlieren – im Gegenteil: Ihre Mission verfolgt sie eisern weiter, denn ein Kinderlachen entschädigt für jede noch so anstrengende Arbeit.

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