Förderschulen: Nur eine bleibt

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Paragraf 1 hat alles hinfällig gemacht. Eigentlich sollte die Schulentwicklungswerkstatt zur Zukunft der vier Förderschulen „Lernen” entscheiden, welche beiden Schulen geschlossen werden.

Doch dann erreichte die Stadt der Entwurf einer Verordnung über die Größe von Förderschulen mit der Vorgabe, Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen müssten fortan 144 Kinder aufweisen - sonst dürfen sie ab dem 1. August 2014 keine neuen mehr aufnehmen. Fortan waren alle bisherigen Diskussionen hinfällig, die Werkstatt hatte acht Stunden an zwei Tagen Zeit, um auf die Verordnung zu reagieren.

In halbstündiger Verlängerung wurde erarbeitet, dass sich Aachen bei aktuell 288 Förderschülern - Zahl stark sinkend - in Zukunft eben nur noch eine Förderschule „Lernen” leisten kann - diese aber zunächst an zwei Standorten arbeitet.

Die Standortfrage war erwartungsgemäß der Knackpunkt. Sie hatte die Werkstatt überhaupt erst erforderlich gemacht, denn erste städtische Pläne im Mai hatten für vehementen Protest der Eltern gesorgt. Die Werkstatt kam nun zu dem Schluss, dass die Schule am Rödgerbach erhalten bleibt, das Schulhaus an der Beginenstraße zunächst als Teilstandort der Forster Förderschule fortbesteht und die Schulen Am Kennedypark und Am Kurbrunnen zum 1. August 2013 geschlossen werden. Diese Entscheidung bedeutet auch, dass die verbleibende Förderschule erst einmal eine Offene Ganztagsschule anbietet und nicht wie am Kennedypark mit dem verpflichtenden Ganztagsunterricht arbeitet. Den Kennedypark-Kindern wird aber ein OGS-Platz garantiert.

Die endgültige Entscheidung muss aber die Politik treffen. Der Schulausschuss soll sich am 20., der Stadtrat am 21. November mit den vier Förderschulen befassen. Zustimmung ist gewiss, schließlich nahmen alle Fraktionen plus Ausschussvorsitzendem Wolfgang Boenke (CDU) an der Werkstatt teil. Die zählte fast 50 Mitglieder, neben den Politikern saßen dort die Schulleiter, Pflegschaftsvorsitzende, Schülervertreter, Mitarbeiter der Schulverwaltung und des Gebäudemanagements, Vertreter der OGS, die Jugendhilfe und die Bezirksregierung.

An der Abstimmung über die Standorte beteiligten sich Politik und Verwaltung aber nicht, sie wollten diese den Betroffenen überlassen. Mit deutlichem Resultat: In kleiner Runde gab es acht Stimmen für den Rödgerbach, eine Enthaltung und eine Gegenstimme. In größerer Runde stimmten 19 für diese Lösung, sechs dagegen. „Demokratischer ging es nicht mehr. Das hat dann auch den Konsens erleichtert”, sagt Manfred Ernst für die Schulverwaltung.

Und so bleibt die Schule am Rödgerbach - 2006 für 1,4 Millionen Euro umgebaut und mit den größten Raumreserven. Stadtdirektor Wolfgang Rombey: „Sie hat die beste Perspektive.”
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