Aachen - Flüchtlingsfrauen nehmen an besonderem Kurs teil

Flüchtlingsfrauen nehmen an besonderem Kurs teil

Von: xen
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Aachen. „Die deutsche Sprache ist eine enge Schleuse für die Integration in den Arbeitsmarkt. Wir sind einen anderen Weg gegangen“, sagte Joachim Rosenberg von der Christlich Internationalen Liga.

Damit meinte er einen Kurs zur Vorbereitung auf die Pflegediensthilfeprüfung für geflüchtete Frauen vom afrikanischen Kontinent.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Lernen sowohl von Deutsch als auch von Fachkenntnissen effizienter läuft, wenn die Teilnehmer in ihrer vertrauten Community und unterstützt durch Hilfe in der Muttersprache lernen. So üben sie alles gleichzeitig: Deutsch, Grundkenntnisse der Altenpflege und kulturelle Anpassung.“

Nach dem siebenwöchigen Kurs sind die 19 christlichen und muslimischen Frauen aus der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo, aus Angola, Kamerun, Gambia, Ghana, Nigeria, Burkina Faso, Marokko, Kenia und der Elfenbeinküste ihrem Ziel ein gutes Stück näher gekommen: Finanziell unabhängig durch eigene Arbeit werden. Im Januar können sie die Pflegediensthilfeprüfung ablegen, um dann möglicherweise 2017 in einen Pflegehelferinnenlehrgang starten zu können.

„Zuhause kann man nicht gut lernen. Durch den Kurs bin ich im Alltag schon viel selbstständiger geworden. Aber ich möchte noch weiterkommen und raus aus der Abhängigkeit von staatlichen Zuwendungen“, sagt Mamie Vambanu. Vor den ersten Schritten in die Altenpflege hatte sie in einer ähnlich funktionierenden Lerngruppe an der Volkshochschule ihren Hauptabschluss abgelegt.

Multilingual ging es in den sieben Wochen zu. Bis zu sieben Sprachen wurden gesprochen. „Viele von uns bringen bereits drei Sprachen aus ihrem Heimatland mit“, erklärte Pauline Bibiane Mulanza, die das Projekt als Krankenschwester und Hebamme beraten hat. Diese Mehrsprachigkeit als Wert der Vielfalt zu begreifen – auch dafür stand „Weißt Du, wer ich bin?“.

Gefördert wurde es durch das bundesweite Projekt „Weißt Du, wer ich bin?“. Die drei monotheistischen Religionen in Deutschland und ihre Organisationen wollen damit das friedliche Zusammenleben fördern. Wieder aufgelegt wurde es in diesem Jahr mit einem Schwerpunkt auf der interreligiösen Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe. Das Bundesinnenministerium hatte dafür 500.000 Euro zur Verfügung gestellt, einzelne Projekte konnten mit bis zu 15.000 Euro gefördert werden.

Die Christlich Internationale Liga – eine Aachener Pfingstgemeinde, in der seit 1994 viele Menschen afrikanischen Ursprungs ihre religiöse Heimat haben – hat den Kurs organisiert. Sie hat zudem den Aachener Arbeitskreis „Dialog der Religionen“ als Kooperationspartner mit ins Boot geholt. Wegen der positiven Erfahrungen würden die Organisatoren den Kurs gern auch 2017 auflegen. Das hängt aber von einer weiteren Finanzierung ab, die bislang nicht gesichert ist.

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