Aachen - Flüchtlinge und Terror als große Themen

Flüchtlinge und Terror als große Themen

Von: tis/der/mas/ps/pla
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Auszeichnung für großes Engagement über viele Jahre hinweg: Wilma und Johannes Schumacher (Mitte) wurden von der IG der Forster Vereine beim Neujahrsempfang geehrt. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Flüchtlinge und Terror – das waren in diesem Jahr neben den lokalen Schwerpunkten die Hauptthemen der Neujahrsempfänge in den Stadtteilen, aber auch ehrenamtliches Engagement . Hier findet sich eine Übersicht dazu.

Laurensberg

Nachdem beim letzten Neujahrsempfang einige Bemerkungen von Laurensbergs Bezirksbürgermeister Christian Krenkel für Irritationen gesorgt hatten, verlief die diesjährige Veranstaltung deutlich harmonischer. Im gut gefüllten Vereinsheim der gastgebenden St.-Laurentius-Schützenbruderschaft versammelten sich die Vertreter vieler Vereine, Organisationen und etliche Ratsmitglieder zur politischen Auftaktveranstaltung für das neue Jahr. Auffallend waren die sehr ähnlichen Rahmenbedingungen.

Waren es im letzten Jahr noch die Attentate auf die Redaktion von Charlie Hebdo, so trugen diesmal die Ereignisse in Paris und Brüssel Ende des Jahres sowie die Vorkommnisse in der Sylvesternacht in Köln zum Stimmungsbild der anwesenden Politiker bei. Auch für seinen Stadtteil bleibe das Thema Flüchtlingskrise im politischen Alltag vorherrschend, so Krenkel, der den Vereinen, Bürgern und ehrenamtlichen Helfern dankte. Darüber hinaus stellte Krenkel den Stadtteil Laurensberg als sehr erfolgreich dar.

Viele Menschen von außerhalb würden versuchen, sich hier anzusiedeln. Der weitere Ausbau des Campus Melaten könne sich positiv auswirken. Andererseits vermied er es nicht, den vorhandenen Investitionsstau anzusprechen, den es trotz knapper Kassen abzubauen gelte. „Bei den anstehenden Aufgaben ist es wichtig, in alle Richtungen zu denken, keine Idee von vornherein abzutun“, plädierte er für ein offenes Verfahren. Als Beispiel schwebt ihm eine Multifunktionshalle vor, möglicherweise mit Nähe zum Tivoli, „der ja bekanntlich auf Laurensberger Gebiet steht“. Das Orchesters der Anne-Frank-Schule sorgte für den musikalischen Rahmen.

Richterich

20 Jahre AWO-Begegnungszentrum und 200 Jahre St. Hubertus Schützenverein: Das sind die zwei großen Jubiläen, die in diesem Jahr in Richterich anstehen. Beim Neujahrsempfang der Bezirksvertretung in Schloss Schönau nahmen die Gäste diese Ereignisse in den Blick. Als Koordinatorin des AWO-Begegnungszentrums für Senioren gab Marianne Kuckelkorn einen Abriss über die Seniorenarbeit.

Dass sie die Zielgruppe bei „50 plus“ ansetzte, sorgte für ein Raunen. „Jeder will alt werden, aber keiner will alt sein“, fuhr sie fort und plädierte dafür, die „Weisheit des Alters zu erkennen und nicht nur die Defizite zu sehen“. Ihr Dank galt all jenen, die es möglich gemacht haben, das Jubiläum der AWO-Begegnungsstätte zu feiern.

Leo Pontzen richtete seinen Dank als Vorsitzender des Festausschusses des Schützenvereins an alle, die den Verein zu dem gemacht haben, was er ist. Vom 5. bis 8. Mai wird das 200-jährige Jubiläum groß gefeiert. Dafür bat Pontzen schon jetzt um rege Teilnahme. Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne hatte zu Beginn einen Blick auf das vergangene Jahr geworfen. „Wir können stolz sein auf unseren Stadtbezirk“, meinte sie vor allem mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen und verwies auf das Willkommensbanner an der Kirche.

Kornelimünster/Walheim

In der Aula des Inda-Gymnasiums erwähnte Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen stolz die Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtbezirk. Verwaltung und Ehrenamtliche hätten ganze Arbeit geleistet: „Eine Mammutaufgabe wurde gemeistert.“ Dafür müsse man allen ein dickes Dankeschön sagen. Der Terrorismus halte unsere Welt in Atem. „Hier ist unsere wehrhafte Demokratie gefordert, das Grundgesetz muss eingehalten werden. Wenn wir das beachten, haben linke und rechte Chaoten keinen Nährboden“, so von Thenen.

Ein lokales Reizthema bleibt der Ausbau der Monschauer Straße im Bereich Oberforstbach/Lichtenbusch. Gut gelaufen sei es mit dem Ausbau der Schleidener Straße. Der Bezirksbürgermeister dankte Bezirksamtsleiterin Rita Claßen und ihrem Team für gute Zusammenarbeit. Für die Vereine sprach Michael Hermanns (Geschäftsführer Grün-Weiß Lichtenbusch). Musikalisch unterhielten der Musikzug der KG Lichtenbusch, das Kindertanzpaar Marie & Tom sowie die Tanzgruppe „Pinkys“ die zahlreichen Gäste.

Brand

Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns, Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders und der Vorsitzenden des Bürgervereins, Wolfgang Müller, hatten gemeinsam zum Empfang eingeladen. Wolfgang Sanders dankte den Mitarbeitern des Bezirksamtes für ihr Engagement. Peter Tillmanns hob die in Kürze beginnende Umgestaltung des Marktplatzes, die im Bau befindliche neue Turnhalle der Marktschule, aber auch künftige Entwicklungen wie das Vennbahn-Center oder die mittelfristig anstehende Bebauung des Geländes der ehemaligen Tuchfabrik Becker hervor.

Für ihr bürgerschaftliches Engagement ehrte er Ulrike Oppermann und Professor Michael Ziemons. Wolfgang Müller hob die vielfältigen Aktivitäten des Bürgervereins heraus und blickte unter anderem auf das erfolgreich angelaufene Projekt „Mobilität Brander Senioren“, das der Bürgerverein ins Leben gerufen hat, um der demographischen Entwicklung im Stadtbezirk Rechnung zu tragen. Für die Brander Ortsvereine und Institutionen sprach Bernd Etschenberg, Kommandant der Prinzengarde Brander Stiere, die Grußworte. Aufgelockert wurde der Neujahrsempfang durch Darbietungen des Kirchenchors der Martin-Luther-Kirche unter der Leitung von Martina Prignitz-Werner.

Eilendorf

Mit rund 150 Gästen war der Neujahrsempfang im Sitzungssaal des Bezirksamtes überaus gut besucht. Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler konnte mit Weihbischof Johannes Bündgens, der in diesem Monat auf Visitationsbesuch in Eilendorf ist, einen besonderen Ehrengast begrüßen. Sie nutzte ihre Rede unter anderem dazu, denen zu danken, die durch ihren unermüdlichem Einsatz Positives für den Stadtbezirk bewirken, ohne dabei im Rampenlicht zu stehen. „Szenenapplaus“ gab es, als sie zahlreiche Bewohner aus dem Übergangswohnheim in der Hansmannstraße begrüßte.

Sie umriss mit einer Bildpräsentation wichtige Eckpunkte des Geschehens in Eilendorf wie die Einweihung der Freiflächen im Neubaugebiet Breitbenden, den Umbau des Bezirksamtes zu einem bürgerfreundlichen, barrierefreien Servicecenter, die Standortsuche für das von vielen Eilendorfern gewünschte Naturschwimmbad und die Fertigstellung des ersten Abschnitts der Renaturierung des Haarbachs. Weitere Worte des Dankes galten dem Leiter des Bezirksamtes, Martin Freude, und seinem Team.

Darüber hinaus ehrte sie eine Reihe von Eilendorferinnen und Eilendorfern für deren Engagement wie etwa den Bauunternehmer Josef Hansen, der sich mit großem Nachdruck und hohem persönlichen Einsatz für die Sanierung und Neugestaltung des Ehrenmals in der Marienstraße eingesetzt hat. Der Schluss des Neujahrsempfangs gehörte traditionell den Eilendorfer Sternsingern, die mit ihrem Segensspruch und dem Lied „Stern über Bethlehem“ die Besucher erfreuten.

Forst

Die IG Forster Vereine kann 2016 auf ihr 40-jähriges Bestehen zurückblicken. 18 Vereine und Vereinigungen sind angeschlossen. In seiner Begrüßungsansprache ließ der Vorsitzende Rudolf Moos beim Neujahrsempfang die Chronik Revue passieren. „Die unter anderem geforderte Einrichtung einer eigenen Bezirksvertretung oder der Bau eines Bürgerhauses mit einem Versammlungsplatz konnten leider bisher nicht durchgesetzt werden“, bedauerte Moos Ziele, die noch offen sind.

Beim Neujahrsempfang wird seit 1996 auch jeweils an einen verdienten Bürger eine Leo-Schumacher-Gedenkmedaille verliehen – allerdings nicht so in diesem Jahr. Diesmal wurde vielmehr dem Ehepaar Wilma und Johannes Schumacher für ihr jahrzehntelanges Engagement gedankt. Als kleine Anerkennung überreichte ihnen der Vorsitzende ein Bild der Forster Linde.

Die Festansprache hielt Landtagsabgeordnete Daniela Jansen, die seit 2012 auch Forst als Teil ihres Wahlkreises vertritt. Zum Thema Flüchtlingspolitik anerkannte sie die überdurchschnittlich hohe Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Wörtlich sagte sie: „Auch hier in Forst wird in der Flüchtlingshilfe hervorragende Arbeit geleistet. Das Engagement beispielsweise in der Körner-Kaserne ist beeindruckend.

Das künstlerische Rahmenprogramm bestritten die Sternsinger, gefolgt von der Streicherklasse der GGS Schönforst. Bewunderung ernteten auch die Sänger der Kindergesangsgruppe aus der Kindertagesstätte Albert-Maas-Straße. Den krönenden Abschluss erlebten die Gäste unter anderem mit einem Duett aus „Die lustige Witwe“ sowie „Nesun Dorma“, gesungen von Jolanta Kosira und Mario Taghadossi.

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