Flüchtlinge: Stadt will Container auf Sportplatz aufstellen

Von: alp
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Aachen. Muss die Stadt jetzt doch auf Container zurückgreifen, um auf städtischen Grundstücken Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen?

In der Sitzung des Integrationsrates hat der Leiter des Fachbereichs Soziales und Integration, Heinrich Emonts, gesagt, dass an derartigen Konzepten gearbeitet wird. Im Gespräch sind nach gestriger Aussage des Presseamtes 57 Container, die auf einem Sportplatz im Bereich Adenauerallee aufgestellt werden sollen und so Wohnraum für 90 Flüchtlinge bieten. Frei wird der Sportplatz laut Stadt, wenn der jetzt dort aktive Verein auf einen Kunstrasenplatz umzieht. Das soll im Herbst dieses Jahres sein

Nach Aussage des Presseamtes ist eine Verwaltungsvorlage zu diesem Thema in Arbeit. Sie soll auf einer gemeinsamen Sondersitzung der Ausschüsse für Soziales, Integration und Demografie, des Finanzausschusses und des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses am Dienstag, 23. Juni, beraten werden (17 Uhr, Rathaus). Geben die Ausschüsse grünes Licht, kann die Stadt die Container bestellen. Das Verfahren dauert. Erst im Dezember oder Januar wären die Container dann bezugsfertig, so die Stadt.

Massive Kritik an diesem Vorhaben übten am Donnerstag die Piraten im Integrationsrat. „Sowohl Container als Unterbringungsmöglichkeit in Betracht zu ziehen als auch das Vorgehen der Verwaltung, diese Lösung immer wieder als alternativlos darzustellen, empfinden wir als unangebracht“, hieß es am Donnerstag aus Reihen der Piraten-Fraktion. Die aktuelle Notlage sei durch die Aachener Politik selbstverschuldet. „Unter OB Philipp und auf Betreiben der CDU wurde seit 2009 der Bestand an Sozialwohnungen aktiv verringert und der soziale Wohnungsbau zurückgefahren“, so die Piraten.

Die aktuell steigenden Zahlen seien seit Jahren absehbar gewesen. In der Aachener Politik und Verwaltung werde seit Jahren aber nur geredet und zugleich über Zeitknappheit geklagt. „Das Ergebnis ist schlechter Wohnraum, unnötig hohe Kosten und eine allgemeine Betroffenheit, die etwas wohlfeil wirkt.“

WG als Alternative?

Die Piraten hatten sich in einem Ratsantrag dafür ausgesprochen, die Initiative „Flüchtlinge willkommen“ zu unterstützen. Der Verein „Flüchtlinge willkommen“ vermittelt Flüchtlinge in Wohngemeinschaften (WGs). Dem Antrag der Piraten wollte die Verwaltung jedoch nicht folgen, da man den Vermittlungserfolg als irrelevant einstufte.

„Wir können der Einschätzung der Verwaltung nicht folgen. Wir sehen die Vermittlung von Flüchtlingen in WGs als ideale Maßnahme zur Integration von Flüchtlingen. Die vorhandene Willkommenskultur in unserer Stadt würde so gefördert. Ich bin entsetzt, welches Bild von Seiten der Verwaltung hier skizziert wird, von einem Verein der vorbildliche Arbeit leistet“, kritisiert Marc Teuku, Ratsherr der Piratenpartei in Aachen. Bevor teure, wenig ansprechende und wenig nachhaltige Container angeschafft werden, sollten alle anderen Alternativen ausgeschöpft sein.

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