Flüchtlinge: Stadt steht vor neuem Kraftakt

Von: Christiane Chmel
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Aachen. „Identität und Integration“ sowie der Anspruch, ein stadtweites Publikum anzusprechen und bestehende Barrieren abzubauen und das Ostviertel attraktiver zu gestalten, sind nach wie vor die Ziele und Schwerpunkte der Nadelfabrik am Reichsweg.

Das betonte der Leiter des Hauses, Walter Köth, im Rahmen der Sitzung des Integrationsrates der Stadt Aachen und stellte nach einem Rückblick auf das erfolgreiche Jahr 2014 auch das Programm für 2015 vor.

Im Rahmen der Sitzung wurden aktuelle Flüchtlingszahlen präsentiert. 962 Flüchtlinge sind zurzeit in Aachen untergebracht. Diese aktuelle Zahl stellte Claudia Braxein, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Soziales und Integration vor. Dies entspricht einem Auslastungsgrad von 130 Prozent. Weitere offizielle Zuweisungen können aus diesem Grund nicht erfolgen. Im Januar 2015 wurden bislang (Stand: 16. Januar) 83 Personen aufgenommen, die meisten davon in der ehemaligen Schule an der Franzstraße. Die Verwaltung erschließt mit allen Kräften weitere Möglichkeiten zur Unterbringung der Menschen, die Schutz und Obdach suchen. Insgesamt 20 Einzelwohnungen werden zurzeit angemietet beziehungsweise hergerichtet. Bezüglich weiterer 26 Wohnungen laufen Verhandlungen mit den Vermietern. Der Bund stellt seine Aachener Wohnimmobilien für Flüchtlinge kostenlos bereit. Es soll sich dabei um 24 Objekte handeln.

Appell an NRW-Finanzminister

Die Verwaltung wird in den nächsten Tagen erste Sondierungen und Besichtigungen vornehmen. Oberbürgermeister Marcel Philipp hat an den Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Walter-Borjans appelliert, das BLB-Gebäude in der Karl-Marx-Allee zur Unterbringung von Flüchtlingen bereitzustellen und darüber hinaus die in Aachen liegenden Landesimmobilien nach Vorbild des Bundes mietfrei und zur Unterbringung für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Ursprünglich wurden für Veranstaltungen in der Nadelfabrik und im Kennedypark 170.000 Euro bereitgestellt. Aufgrund der angespannten Haushaltslage wurde das Budget ab dem laufenden Haushaltsjahr 2015 auf 133.900 Euro gekürzt und die Programmplanung entsprechend kostenbewusst erstellt. Bereits erfolgreich durchgeführt wurde im Januar Kunstausstellungen im Rahmen der Bürgeraktion „Parkgespräche“. Im Februar folgt das Partnerprojekt „Movies in Motion“. Die Nadelfabrik ist Kooperationspartner des vom Bundesverband Jugend und Film initiierten Projektes. Ziel ist die Realisierung eines Dokumentarfilmes mit dem Titel „Angekommen in Deutschland? Ausblicke und Rückblicke“. Beide Filme des Projektes werden am 26. Februar in der Nadelfabrik gezeigt.

Kino im Kennedypark

Den Schwerpunkt „Syrien/Nah Ost“ haben die Ausstellung, Lesung und Diskussion, die zwischen dem 10. und 17. März in der Nadelfabrik stattfinden. Mit dem Aachener Schriftsteller Suleman Taufiq wird die Entwicklung im Nahen Osten speziell auch in Syrien thematisiert. Neben einer Fotoausstellung mit dem Titel „Syrisches Kulturerbe in Gefahr“ der Fotografin Kathleen Göbel und einer Lesung von S. Taufiq aus dessen neuem Roman, kann mit dem Journalisten Jörg Armbruster über die aktuelle Situation diskutiert werden.

Ebenfalls im März zeigt die Nadelfabrik eine Ausstellung mit Zeichnungen und Plänen zur Architektur von Migranten, die im Rahmen einer Projektarbeit des Lehrstuhl für Gebäudelehre der RWTH Aachen erstellt und zusammen getragen wurden. Vier Kinofilme werden im März und April gezeigt: In einer Reihe werden Lebenswirklichkeiten von Menschen in verschiedenen Kulturen thematisiert. Die Filmreihe soll zum Nachdenken und Austausch animieren.

Auch im Kennedypark wird es 2015 viele verschiedene Veranstaltungen geben. Ein Musikprogramm des Theaters Aachen und musikalische Darbietungen aus verschiedenen Kulturen gehören ebenso zum Programm wie Kinofilme und das Parkleuchten zum Abschluss der Open-Air-Saison.

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