Flüchtlinge: Ein neues Zuhause im ehemaligen Versorgungsamt

Von: nai
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Symbolträchtig: (v.r.) Bauherr Ekrem Özhan hat Jörg Crumbach vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen den Gebäudeschlüssel überreicht. Zur Übergabe gaben Thomas Schweyen, Archtiekt, und Heinrich Emonts vom Fachbereich Soziales und Integration eine Hausführung. Foto: Schmitter

Aachen. Das ehemalige Versorgungsamt in der Turpinstraße soll für etwa 90 Menschen eine Art Zuhause werden. Zumindest vorübergehend. Möglicherweise schon ab Montag, 21. Dezember, sollen Flüchtlinge dort einziehen. Eigentümer des Gebäudes, Ekrem Özhan, hat Jörg Crumbach vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen am Dienstag symbolisch den Hausschlüssel überreicht.

Crumbach und Özhan haben das Projekt, die Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Versorgungsamt, ins Leben gerufen. „Die Idee ist, möglichst viele Menschen aus den Turnhallen herauszuholen“, sagt Özhan, „wir wollen ihre Unterbringung menschenfreundlicher gestalten.“

Das Gebäude ist bald bezugsfertig, und die Stadt Aachen hat es für die Unterbringung von Flüchtlingen gemietet. „Aber derzeit weist die Bezirksregierung der Stadt Aachen etwa 200 Menschen pro Woche zu“, sagt Heinrich Emonts vom Fachbereich Soziales und Integration. Einige der zukünftigen Bewohner des Gebäudes werden also nicht aus den Turnhallen umgesiedelt, sondern sind Neuankömmlinge in Aachen.

„Und auf die Turnhallen können wir auch bis auf Weiteres nicht verzichten“, sagt Emonts. Wenn aber nach dem Erstbezug noch Platz sei, dann wolle man sich vor allem um Familien und Ältere kümmern, sagt Emonts, „sie werden dann bevorzugt und können Räume in dem Haus beziehen.“

„Ganz schöne Hauruck-Aktion“

Insgesamt bietet das ehemalige Versorgungsamt Platz für 120 Menschen. „Aber geplant ist, wenn Familien in einem Raum untergebracht sind, nicht noch zusätzliche Menschen darin unterzubringen“, sagt der Architekt, Thomas Schweyen. Er und sein Handwerker-Team hätten in den vergangenen Wochen richtig zugelangt, sagt er, „drei Monate haben wir gebaut, das war eine ganz schöne Hauruck-Aktion.“

Oft seien die Handwerker in der heißen Phase auch am Wochenende vor Ort gewesen. „Die Mühe hat sich aber gelohnt“, sagt Schweyen. Ursprünglich war man von einer Bauzeit bis Anfang Februar ausgegangen. Auf drei Etagen wurden in zwölf Wochen 48 Zimmer, mit etwa 16 bis 19 Quadratmetern, ausgebaut.

Teilweise barrierefrei

„Acht Quadratmeter, das ist Vorgabe, müssen für einen Menschen zur Verfügung stehen“, sagt Schweyen, „nach den Raumgrößen haben die Bewohner in vielen Zimmern etwas mehr Raum.“ Drei Küchen werden eingerichtet, jeweils eine pro Stockwerk mit je sechs Kochmöglichkeiten. Die Sanitäranlagen im Souterrain und Erdgeschoss sind teilweise barrierefrei. „Im Dachgeschoss sind noch zwei Unterkünfte angelegt, die Familien dienen können“, sagt Emonts.

„Technisch sind wir hier auf dem neuesten Stand. Auch was den Brandschutz anbelangt“, sagt Schweyen – das ist ohnehin gesetzliche Vorschrift. Jetzt müssen die Handwerker noch letzte Handgriffe anlegen, dann fehlen nur noch die Möbel.

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