Flüchtlinge bald wohl auch in Grundschule Laurensberg

Von: Katrin Fuhrmann
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Wird wahrscheinlich ebenfalls zur Notunterkunft für Flüchtlinge: die Turnhalle der Grundschule in Laurensberg. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Barbarastraße, Michaelsbergstraße, Reumontstraße, bald die Beginenstraße – auf etliche Turnhallen und Schulgebäude müssen die Schüler bereits verzichten. Doch angesichts der Vielzahl neu ankommender Flüchtlinge bleibt es vermutlich nicht dabei.

Jetzt wurde bekannt: Auch die Turnhalle der Grundschule Laurensberg und die Einfachturnhalle an der Brander Rombachstraße könnten bald für jeweils 100 Flüchtlinge umfunktioniert werden.

Für Schulleiterin Petra Gier kam die Nachricht überraschend. Von heute auf morgen musste sie ihr Kollegium und die Eltern der rund 300 Schüler darüber in Kenntnis setzen. Weitere Informationen gab es vorerst nicht und so blieben viele Fragen erst einmal offen.

„Wir sind optimistisch, dass alles gut klappen wird. Wir wollen die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen und auf sie zugehen. Alles weitere wird sich zeigen“, sagt Gier. Natürlich wolle sie wissen wie viele Flüchtlinge kämen und wie lange sie blieben. Doch diese Fragen kann auch die Stadt zurzeit nicht beantworten. Klar ist nur, dass die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge in Aachen weiter steigt.

Und klar ist laut Evelin Wölk vom Presseamt auch, dass die Turnhalle an der Vetschauer Straße und Turnallen generell nur dann belegt werden, wenn es keine Alternativen gibt – was allerdings den jüngsten Erfahrungen nach schnell der Fall sein kann. Fakt ist: Die Tischtennisteams der DJK Laurensberg, die in besagter Halle trainieren, musste schon umziehen. Seit Montag trainiert der Verein in einer Gymnastikhalle in Orsbach. „Wir wissen noch nicht, ob der Spielbetrieb weiterlaufen kann“, sagt Vorsitzender Holger Lausberg.

Bei einer Informationsveranstaltung über neue Flüchtlingsunterkünfte in Burtscheid zeigten sich die Anwesenden indes überwiegend offen und hilfsbereit. Rund 200 Burtscheider waren gekommen, um sich von der Verwaltung auf den neuesten Stand zu den Unterbringungsplänen in ihrem Stadtteil und darüber hinaus informieren zu lassen. Stadtsprecher Bernd Büttgens lobte das Engagement der Bürger. Die Hilfsbereitschaft der vielen Ehrenamtler sei enorm groß.

Einige Eltern, deren Kinder von der Belegung der Turnhallen betroffen sind, äußerten allerdings auch Bedenken. Es gab Fragen, die an diesem Abend nur teilweise beantwortet werden konnten. Wölk kann die Eltern in dem Punkt beruhigen, dass die Erfahrung bislang zeige, dass die Atmosphäre an den Schulen, wo Asylsuchende in Turnhallen untergebracht sind, sehr friedlich sei.

Allerdings hatte es vergangene Woche just in der Michaelsbergstraße eine handfeste Auseinandersetzung gegeben, die später auch mit Festnahmen endete. Viele der Anwesenden erkundigten sich auch nach dem Zustand in den Unterkünften. Vor allem die Frage nach der Privatsphäre der Flüchtlinge und der Zustand der sanitären Anlagen sorgten für Diskussionsstoff.

Die unkonventionellen Lösungen der Unterbringung bringt die Stadt an ihre Grenzen. Im Moment ist man bei der Verwaltung froh, wenn man die Menschenmengen, die derzeit in Aachen ankommen, überhaupt irgendwo unterbringen kann. „Uns gefällt die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen und Containern auch nicht. Wir haben zurzeit aber keine andere Möglichkeit“, sagt Klaus Schavan, Chef des Gebäudemanagements. Die Prüfung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten sei in vollem Gange.

Noch in dieser Woche können rund 100 Flüchtlinge im ehemaligen Verwaltungsgebäude der FH in Kalverbenden untergebracht werden. Rund 230 Menschen würden zudem im ehemaligen Logistikzentrum an der Roermonder Straße unterkommen. 200 Neuankömmlinge sollen noch in diesem Herbst in der Förderschule Beginenstraße einziehen.

Auch das einstige Versorgungsamt in der Turpinstraße steht zur Unterbringung bereit. Sicher ist auch, dass mobile Wohncontainer an der Adenauerallee, am Kronenberg und an der Laachgasse in Haaren eingesetzt werden. Derzeit sind 1800 Personen sowie rund 500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Einrichtungen der Stadt und des Landes untergebracht. Sozialdezernent Manfred Sicking rechnet damit, dass die Anzahl der Asylsuchenden bis zum Jahresende auf 2500 steigt. Zum Vergleich: Im Dezember 2014 waren es „nur“ etwa 870, 2013 gerade 534.

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